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Lexikon

A

ABFINDUNGSERKLÄRUNG Durch Unterfertigung der Abfindungserklärung erklärt der Versicherte auf weitergehende gegenwärtige oder künftige Ansprüche aus dem gegenständlichen Schaden zu verzichten und hinsichtlich aller weiteren Ansprüche abgefunden zu sein.

ABLAUF Versicherungsverträge werden im Normalfall über einen längeren Zeitraum abgeschlossen (3 Jahre im Konsumentenbereich, 10 Jahre im Firmenbereich). Der Ablauf ist grundsätzlich das Ende dieses Zeitraumes. Um den Vertrag beenden zu können, bedarf es in der Regel einer Kündigung durch den Versicherungsnehmer, da sich der Ablauf sonst von Jahr zu Jahr verlängert (außer es handelt sich um einen befristeten Vertrag). Es gibt aber auch vorzeitige Beendigungsmöglichkeiten, wie etwa bei Risikowegfall (z.B. Verkauf eines Kfz), Besitzwechsel oder Kündigung im Schadensfall.

ABLEBENSVERSICHERUNG Die Ablebensversicherung (Risikoversicherung) ist eine Lebensversicherung, deren Versicherungssumme nur im Todesfall ausbezahlt wird (ohne Kapitalbildung für den Erlebensfall). Diese Versicherung wird als finanzielle Vorsorge für Hinterbliebene oder zur Absicherung von Finanzierungen abgeschlossen.

ABTRETUNG/ZESSION Ist die Übertragung aller Rechte und Pflichten aus einem Versicherungsvertrag an einen Dritten (z. B. Lebensversicherung). Der Versicherungsnehmer hat damit keinerlei Verfügungsgewalt mehr über den Vertrag. Abtretungen sind steuerschädlich (ausgenommen Risikoversicherungen), das heißt, steuerlich geltend gemachte Prämien sind nachzuversteuern (im Rahmen der gesetzlichen Regelungen).

ABWENDUNGS- und MINDERUNGSPFLICHT Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet bei Eintritt eines Schadens gemäß Versicherungsvertragsgesetz, nach Möglichkeit für die Abwendung oder Minderung des Schadens zu sorgen und dabei die Weisungen des Versicherers zu befolgen  sofern es die Umstände gestatten, sind diese Weisungen einzuhalten (siehe auch OBLIEGENHEITEN).

AGBÖVM  Allgemeine Geschäftsbedingungen der österreichischen Versicherungsmakler Das Bundesgremium der Versicherungsmakler und Agenten hat aufgrund des Maklergesetzes österreichweit die Allgemeinen Geschäftsbedingungen beschlossen und mit dem Verein für Konsumenteninformation abgestimmt.

ALLGEMEINE VERSICHERUNGSBEDINGUNGEN (AVB) Als Allgemeine Versicherungsbedingungen bezeichnet man das Kleingedruckte eines Versicherungsvertrags in der Fachsprache. In den Allgemeinen Versicherungsbedingungen sind die Rechte und Pflichten der Versicherungsgesellschaft und des Versicherungsnehmers festgelegt. Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen legen beispielsweise fest, wie und in welchem Umfang der Versicherungsnehmer im Schadensfall entschädigt wird oder auch wie er sich im Schadensfall zu verhalten hat. Häufig werden die Allgemeinen Versicherungsbedingungen durch konkretere "Besondere Versicherungs- oder Tarifbedingungen" ergänzt.

ALLMÄHLICHKEIT Manche Schäden entstehen nicht sofort, sondern über einen längeren Zeitraum, werden also häufig erst lange Zeit nach dem Ereignis oder der Handlung, die zum Schaden geführt hat, sichtbar.

ALL-RISK Der Begriff bezeichnet eine (Transport)versicherung, die vom Leistungsumfang her alle möglichen und erdenklichen Gefahren und Risiken inkludiert und abdeckt, sofern diese nicht explizit schriftlich in der Polizze ausgeschlossen sind.

ANFECHTUNG Bei Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht kann der Versicherer den Versicherungsvertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten, sodass der Vertrag von Beginn an nichtig ist.

ANTRAG Bezeichnet rechtlich das Anbot des Kunden an den Versicherer, einen bestimmten Versicherungsschutz zu einer bestimmten Prämie zu übernehmen. Der Antrag muss alle Angaben enthalten, die der Versicherer zur Prüfung und Einschätzung des zu übernehmenden Risikos benötigt. Die Richtigkeit der Angaben bestätigt der Antragsteller mit seiner Unterschrift. Wenn ein Dritter den Antrag ausfüllt, sollte dieser vor Unterschriftsleistung sorgfältig durchgelesen werden   denn bei falschen Angaben im Antrag kann der Versicherer, trotz Prämienzahlung, leistungsfrei sein!

ANTRAGSBINDEFRIST Die Antragsbindefrist beträgt generell sechs Wochen und ist die Zeitspanne, innerhalb welcher der Versicherer die Prüfung des zu übernehmenden Risikos vorzunehmen hat. Der Versicherungsnehmer ist während dieser Zeit an seinen Antrag gebunden. Erhält der Versicherungsnehmer innerhalb von sechs Wochen die Polizze so gilt der Vertrag als geschlossen. Nach Ablauf dieser Frist gilt die Polizze als Anbot an den Versicherungsnehmer.

ANWARTSCHAFT Ist die rechtlich gesicherte, regelmäßig unentziehbare Erwerbsaussicht auf ein Recht, dessen Voraussetzungen noch nicht (voll) erfüllt sind. Das erworbene Recht kommt durch die Beitragszahlung zu einem späteren Zeitpunkt zum Tragen (z. B. Anwartschaft auf eine spätere Rentenzahlung).

ANZEIGEPFLICHT Der Versicherungsnehmer ist bei Abschluss eines Vertrages verpflichtet, dem Versicherer sämtliche risikorelevanten Informationen, die zur Beurteilung des Risikos erheblich sind, mitzuteilen. Verletzt der Versicherungsnehmer diese vorvertragliche Anzeigepflicht, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten. Zusätzlich kann es zur Leistungsfreiheit des Versicherers im Schadensfall kommen. Der Versicherungsnehmer verpflichtet sich während der Laufzeit des Vertrages, sämtliche Gefahrenerhöhungen mitzuteilen (z. B. Wohnsitzänderung, Entfernen von dokumentierten Sicherungen, Nutzung eines Eigenheimes nur noch als Zweitwohnsitz). Im Schadensfall besteht für den Versicherungsnehmer die unverzügliche Anzeige- und Auskunftsverpflichtung sowie die Rettungs- und Schadenminderungspflicht.

ASSEKURANZ Ist ein anderes Wort für Versicherung.

ASSET ALLOCATION Als Asset Allocation bezeichnet man die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen (Assets). Durch die Auswahl und Gewichtung der Wertpapiere können Ertrag und Risiko bestimmt und optimiert werden. Assets können z. B. Aktien, Anleihen, Geldmarktpapiere oder Währungen sein, weitergehend auch Immobilien oder Edelmetalle.

ASSISTANCE-LEISTUNGEN Sind Dienstleistungen, die dem Versicherten in einer akuten Notlage unmittelbar helfen d. h. weltweite, unbürokratische Hilfe rund um die Uhr, Kostenübernahme und Hilfestellungen bei Verlust von Reisedokumenten, Einbruch, Totalschaden, Handwerkersoforthilfe usw. Assistanceleistungen können prämienfreier Bestandteil einer Versicherung sein oder aber gegen Prämie abgeschlossen werden.

AUFSCHUBDAUER Ist die Zeit zwischen dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung und dem Beginn der ersten Rentenzahlung.

B

BAUHERRENHAFTPFLICHT Der Bauherr haftet für Gefahren, die durch Baumaßnahmen (Neubau, Zu-, An- und Umbauten) entstehen. Eine entsprechende Bauherrenhaftpflicht bietet Versicherungsschutz für Schäden (Personen- und Sachschäden) an – vom Kelleraushub bis zur Endabnahme des Bauvorhabens. Die Versicherung prüft die Haftungsfrage, tritt in berechtigte Forderungen ein oder wehrt ungerechtfertigte Ansprüche ab.

BAUKOSTENINDEX Der Baukostenindex errechnet sich aus Baustoffen und Bauleistung inkl. Mehrwertsteuer. Prämien und Versicherungssummen von Gebäudeversicherungen werden gemäß Baukostenindex in regelmäßigen Abständen angepasst, um eine Unterversicherung infolge einer Preissteigerung zu vermeiden.

BAUWESENVERSICHERUNG (BAULEISTUNGSVERSICHERUNG) Ist die "Kaskoversicherung" für Gebäude und bietet Schutz für Bauleistungen, Baustoffe und Bauteile während der Bauphase des versicherten Gebäudes (Roh-, Um- oder Zubau) gegen unvorhersehbar eintretende Schäden, wie z. B. außergewöhnliche Naturereignisse, fahrlässige, böswillige oder vorsätzliche Beschädigung durch Dritte.

BERAUBUNG Ist die Androhung oder Ausübung von tätlicher Gewalt, um sich der versicherten Sachen zu bemächtigen. Im Rahmen der Einbruchdiebstahlversicherung ist das Beraubungsrisiko bis zu einer bestimmten Summe auf Erstes Risiko mitversichert.

BEREICHERUNGSVERBOT Gilt versicherungsrechtlich in der gesamten Schadenversicherung und verhindert, dass der Versicherungsnehmer mehr ersetzt bekommt, als den tatsächlich eingetretenen Schaden. Eine Überversicherung (d. h. die Versicherungssumme übersteigt den tatsächlichen Versicherungswert) ist daher nicht sinnvoll.

BERGUNGSKOSTEN Begriff aus der Unfallversicherung. Es werden die versicherten Kosten für die Suche, Bergung und den Transport der versicherten Person bis zur nächsten befahrbaren Straße oder bis zum dem Unfallort nächstgelegenen Spital geleistet. Siehe auch Begriff UNFALLKOSTEN.

BERNOULLI-Verteilung ("Gesetz der großen Zahl") Besagt, dass der Einfluss des Zufalles auf die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, immer geringer wird, je höher die Zahl der untersuchten Fälle ist. Je größer die Menge erhobener Daten ist, desto berechenbarer wird der Zufall. Dieses Prinzip wird in der Versicherungsmathematik zur Erhebung von Schadenhäufigkeiten angewendet.

BERUFSUNFÄHIGKEIT Liegt vor, wenn die versicherte Person zumindest sechs Monate ununterbrochen infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall nicht mehr in der Lage ist, ihren Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die ihren Kenntnissen und Fähigkeiten sowie ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht. Gegen Berufsunfähigkeit kann man sich im Rahmen einer Zusatzversicherung zur Kapital-, Renten- oder Risiko-Lebensversicherung oder über einen selbstständigen Vertrag absichern. Bei zumindest 50 Prozent Berufsunfähigkeit erhält der Versicherte eine monatliche Rente in der vollen vereinbarten Höhe.

BEST ADVICE ("Bester Ratschlag") Das nach den Umständen des Einzelfalles bestmögliche Angebot. Versicherungsmakler sind nach dem Maklergesetz verpflichtet, dem Kunden das jeweils beste Angebot zu legen, wobei nicht nur die Prämienhöhe, sondern auch weitere Kriterien wie z. B. die Qualität des Produktes, die Fachkompetenz der Versicherungsgesellschaft, die Schadensabwicklung, die Höhe von Selbstbehalten und Ähnliches von wesentlicher Bedeutung sind.

BETRIEBLICHE ALTERSVORSORGE Darunter versteht man freiwillige Leistungen des Arbeitgebers zur Alters-, Invaliditäts-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge des Arbeitnehmers im Rahmen einer Versicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds. Für den Unternehmer liegen die Vorteile in der Ersparnis von Lohnnebenkosten sowie einer Reihe von bilanztechnischen Vorteilen. Durch betriebliche Vorsorgen wird die Motivation und die Bindung von Mitarbeitern an das Unternehmen gefördert. Instrumente für betriebliche Altersvorsorge sind Pensionskassen, Abfertigungsrückdeckungsversicherungen, Pensionszusagen oder die freiwillige Zukunftssicherung.

BETRIEBSUNTERBRECHUNGSVERSICHERUNG Deckt den Unterbrechungsschaden, den der Versicherungsnehmer bei gänzlicher oder teilweiser Unterbrechung des versicherten Betriebes durch einen Sachschaden (und/oder Krankheit oder Unfall der verantwortlich leitenden Person) erleidet. Die Versicherungssumme errechnet sich aus dem Deckungsbeitrag (Differenz zwischen den Betriebserträgen und den variablen Kosten), den der Versicherungsnehmer ohne Unterbrechung des versicherten Betriebes im Unterbrechungszeitraum (max. ein Jahr) erwirtschaftet hätte.

BEZUGSRECHT Bezeichnet in der Lebens- und Unfallversicherung das Recht, über die fällige Leistung zu verfügen   im Erlebensfall ist das in der Regel der Versicherungsnehmer selbst. Ein widerrufliches Bezugsrecht kann vom Versicherungsnehmer jederzeit geändert werden. Der Begünstigte hat keinerlei Ansprüche vor dem Versicherungsfall. Ein unwiderrufliches Bezugsrecht kann vom Versicherungsnehmer ohne Zustimmung des Begünstigten nicht mehr geändert werden, die Ansprüche auf die Leistung aus dem Vertrag gehen sofort an den Begünstigten über.

BILLIGUNGSKLAUSEL Gemäß §5 Versicherungsvertragsgesetz muss der Versicherer auf Abweichungen vom Antrag in der Polizze ausdrücklich hinweisen und diese deutlich kennzeichnen. Erfolgt dies nicht, so gilt der Vertrag zwar als geschlossen, aber im Sinne des gestellten Antrages. Werden auf Abweichungen ausdrücklich und deutlich hingewiesen, so kann der Versicherungsnehmer binnen einem Monat vom Vertrag zurücktreten.

BÖV- Bildungsakademie der Österreichischen Versicherungswirtschaft 1990 wurde für den Lehrberuf "Versicherungskaufmann/-kauffrau" das BÖV für die überbetriebliche Aus- und Weiterbildung in der österreichischen Versicherungswirtschaft geschaffen. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre, die Zulassung wird mit einer Lehrabschlussprüfung erworben.

BONUS-MALUS-SYSTEM Die Prämienbemessung in der Kfz-Haftpflichtversicherung richtet sich nach dem Schadenverlauf in einem bestimmten Beobachtungszeitraum (1.10.30.9. des Folgejahres). In Österreich ist dies kein zwingendes System, jedoch wenden es die meisten Versicherer an. Es enthält 18 Stufen, die Grundstufe beginnt bei 9. Bei Schadensfreiheit im Beobachtungszeitraum verbessert sich die Prämienbemessung um eine Stufe, bei einem Leistungsfall erfolgt eine Rückreihung um drei Stufen.

BONUSRENTE Die Überschüsse aus der Veranlagung bei Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen, die  zur Erhöhung der Grundrente verwendet werden. Die Rente besteht aus einem garantierten Anteil und einem nicht garantierten Überschussanteil.

BRUCHTEILVERSICHERUNG Bedeutet, dass nur ein bestimmter Prozentsatz (Bruchteil) der gesamten Versicherungssumme eingedeckt wird, um einen Prämiennachlass zu erhalten. Die Bruchteilversicherung wird beispielsweise bei höheren Warenbeständen in der Einbruch- oder Leitungswasserversicherung angewendet. Dennoch kann der Versicherer Unterversicherung einwenden, wenn die Gesamtversicherungssumme zu gering bemessen wurde.

BÜNDELVERSICHERUNG Liegt vor, wenn mehrere Sparten (z. B. Feuer-, Sturm-, Leitungswasser-, Glasversicherung) in einem Versicherungsvertrag gebündelt werden. Dennoch stellt jede einzelne Sparte einen rechtlich selbstständigen Vertrag dar.

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COST-AVERAGE-EFFECT (DURCHSCHNITTSKOSTENMETHODE) Bei der regelmäßigen Anlage gleich hoher Sparbeträge im Rahmen eines Inventmentfonds werden bei hohen Kursen automatisch weniger Fondsanteile, bei niedrigen Kursen mehr Fondsanteile gekauft. Dadurch werden Kursschwankungen ausgeglichen und für den Investor ergibt sich langfristig ein günstigerer durchschnittlicher Einstiegskurs als wenn immer die gleiche Zahl an Fondsanteilen gekauft wird.

COURTAGE Bezeichnet die Provision, die der Makler für die Vermittlung eines Geschäftes für Versicherungsverträge, Immobilien, Wertpapiere etc. in Rechnung stellt.

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DAUERRABATT Versicherer gewähren in der Regel bei langjährigen Verträgen einen Dauerrabatt in Form eines Prämiennachlasses. Bei vorzeitiger Auflösung des Vertrages kann der Versicherer die anteilige Rückzahlung des gewährten Dauerrabattes verlangen.

D&O-VERSICHERUNG (Directors-and-Officers-Versicherung, auch Organ- oder Manager-Haftpflichtversicherung) Ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt. Unternehmensleiter haften für fahrlässige Sorgfaltspflichtverletzungen gegenüber dem eigenen Unternehmen oder Dritten. Für die Folgen von Versäumnissen und Fehlentscheidungen können sie persönlich, unbeschränkt und mit ihrem gesamten Privatvermögen herangezogen werden. Ziel der D&O-Versicherung ist der Schutz des Gesellschaftsvermögens und des Privatvermögens des/der jeweiligen Managers/Managerin durch Abwehr unbegründeter und Befriedigung begründeter Ansprüche, die durch schuldhafte Pflichtverletzungen entstehen.

DECKUNGSBEITRAG Der Deckungsbeitrag ist in der Kosten- und Leistungsrechnung die Differenz zwischen den erzielten Erlösen (Umsatz) und den variablen Kosten. Es handelt sich also um den Betrag, der zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht. Der Deckungsbeitrag kann sowohl auf die Gesamtmenge eines Produktes bezogen sein, als auch auf eine Mengeneinheit (Stückgröße).

DECKUNGSKAPITAL So wird in einem Lebensversicherungsvertrag das verzinslich angesammelte Sparguthaben genannt, abzüglich der Kosten und Prämienanteile für den Risikoschutz.

DECKUNGSSUMME Gibt an, wie hoch die maximale Entschädigungssumme für einen Schaden ist, für den ein Versicherungsunternehmen aufkommen muss. Diese gilt pauschal für Personen- und Sachschäden. In der Kfz-Haftpflichtversicherung ist eine Deckungssumme von 3 Millionen Euro gesetzlich vorgeschrieben. Da es vor allem bei Personenschäden zu hohen Schadenersatzforderungen kommen kann, sind höhere Deckungssummen in der Haftpflichtversicherung unbedingt zu empfehlen.

DECKUNGSSTOCK Ist in der Lebens-, Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherung derjenige Vermögensteil, der in erster Linie zur Deckung der unmittelbaren Ansprüche der Versicherten bestimmt ist. Er wird vom übrigen Vermögen getrennt verwaltet und dient als Gegenposten zu den Deckungsrückstellungen, welche für die erwarteten Verpflichtungen der Versicherungsunternehmung gegenüber den Versicherten gebildet werden. Gemäß Versicherungsaufsichtsgesetz sind ganz bestimmte Anlagegrundsätze zu beachten, wie Sicherheit, Rentabilität, Liquidität und eine risikoarme Streuung verschiedener Anlagen (wie etwa festverzinsliche Wertpapiere, Hypotheken, Darlehen, Aktien, Immobilien). Deckungsstöcke stellen Sondervermögen dar.

DECKUNGSZUSAGE Ist ein selbständiger kurzfristiger Versicherungsvertrag, der einen möglicherweise entstehenden Deckungsfreiraum von der Antragsstellung bis zur Polizzenausfertigung überbrückt. Das heißt, der Antragsteller kann einen sofortigen Versicherungsschutz geltend machen, noch vor der endgültigen Risikoprüfung und der endgültigen Einigung der Vertragspartner.

DEFERRED COMPENSATION Engl. "aufgeschobene Vergütung", auch direkte Leistungszusage genannt. Wenn der Arbeitgeber im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge eine Lebens- oder Rentenversicherung zugunsten des Arbeitnehmers abschließt. Für den Arbeitnehmer sind die Prämien lohnsteuerfrei, für den Arbeitgeber bis zu einer Steuerfreigrenze von 300 Euro im Jahr lohnnebenkostenfrei.

DEKONTAMINATION Ist das Entfernen von gefährlichen Verunreinigungen z. B. Entsorgung von durch chemische Reaktionen verseuchtem Erdreich nach Bränden und Löschwasser. Die Kosten der Entsorgung von dekontaminiertem Erdreich kann in der Feuerversicherung mitversichert werden.

E

EIGENHEIMVERSICHERUNG Bietet bei Ein- und Zweifamilienhäusern Versicherungsschutz für das gesamte Gebäude mit Grund- und Kellermauern sowie allen fest verbundenen Einbauten und Adaptierungen gegen die Gefahren Feuer, Leitungswasser sowie Grundstücks- und Gebäudehaftpflicht. Nebengebäude, wie Garage oder Gartenhaus, sind meist bis zu Höchstgrenzen prämienfrei mitversichert.

EINBRUCHDIEBSTAHL Liegt vor, wenn ein Täter in die versperrten Versicherungsräume eindringt, einsteigt, sich einschleicht oder sich mit Werkzeugen oder falschen Schlüsseln Zutritt verschafft. Das Eindringen mit richtigen Schlüsseln, die der Täter durch Raub oder Einbruchdiebstahl in andere Räumlichkeiten an sich gebracht hat, ist mitversichert. Ebenfalls mitversichert sind Schäden durch versuchten Einbruchdiebstahl. Schäden durch Vandalismus nach einem Einbruchdiebstahl können eingeschlossen werden. Nicht versichert ist einfacher Diebstahl außerhalb von versicherten Räumen. Zur Geltendmachung des Schadens ist eine polizeiliche Meldung erforderlich. Im Rahmen von Betriebs- und Haushaltsversicherungen gibt es im Rahmen der Einbruchdiebstahlversicherung Begrenzungen für bestimmte Wertsachen, wie Schmuck, Bargeld, Sammlungen oder Wiederherstellungskosten von Datenträgern.

EINLÖSUNGSFRIST Ist die Frist von 14 Tagen bis zur Bezahlung der Erstprämie. Erst mit Einlangen der Prämie beim Versicherer besteht Versicherungsschutz. Bei Zahlungsverzug laufen Verzugszinsen. Außerdem ist der Versicherer im Schadensfall leistungsfrei und kann vom Vertrag zurücktreten.

EINMALERLAG Die Prämie für eine Lebensversicherung wird im Gegensatz zu laufender Prämienzahlung für die gesamte Laufzeit bei Vertragsabschluss in einer Summe einbezahlt. Die Laufzeit sollte mindestens zehn Jahre betragen, da bei kürzerer Laufzeit eine elfprozentige Versicherungssteuer abzuführen ist.

EINTRITTSALTER Beschreibt das Alter des Versicherungsnehmers, das der Versicherer zur Kalkulation des Versicherungsbeitrags zu Beginn der gewünschten Versicherung berücksichtigt. Das versicherungstechnische Eintrittsalter ist vor allem dann für die Höhe der Versicherungsbeiträge wesentlich, wenn biometrische Risiken versichert werden, also Risiken, die sich wesentlich mit dem Alter des Versicherungsnehmers ändern. Dies betrifft vor allem Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen, private Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen, private Kranken- und Pflegeversicherungen.

EDV/ELEKTRONIK- BZW. ELEKTROGERÄTEVERSICHERUNG Bietet eine Vielgefahrendeckung für EDV-Anlagen und elektronische bzw. elektrische Geräte durch unvorhergesehen außen einwirkende Ereignisse (z. B. Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Wasser, Frost und Feuchtigkeit), durch menschliches Versagen (Bedienungsfehler, Fahrlässigkeit) und durch technische Schäden (Überspannung, Kurzschluss, Implosion). Nicht versichert werden können Schäden durch Abnützung und Verschleiß oder Schäden, die in den Bereich des Lieferanten fallen.

ELEMENTARKASKO-(TEILKASKO-)VERSICHERUNG Bietet Versicherungsschutz für das Fahrzeug und seine Teile, die im versperrten Fahrzeug verwahrt oder an ihm befestigt sind sowie gegen Beschädigung, Zerstörung und Verlust durch Brand, Explosion, Diebstahl, Raub, unbefugten Gebrauch Fremder und  Berührung mit Wild auf öffentlichen Straßen. Bruchschäden an Windschutz-, Seiten- und Heckscheiben können bei vielen Versicherern mitversichert werden.

ELEMENTARSCHADENVERSICHERUNG Versicherung gegen Schäden, die durch das Wirken der Natur verursacht werden. Als Elementarschäden gelten beispielsweise Schäden durch Sturm, Hagel, Überschwemmung, Erdbeben, Lawinen, Schneedruck und Vulkanausbrüche.

ENDALTER Das Alter der versicherten Person beim Vertragsablauf.

ENDE DER VERSICHERUNG Der Versicherungsvertrag endet mit dem Ablauf der Versicherungsdauer. Materiell: das Ende der Gefahrentragung. Technisch: mit dem Zeitpunkt, bis zu welchem noch Prämie berechnet wird.

ENTSCHÄDIGUNG Ist eine Leistung, insbesondere eine Geldleistung, die zum Ausgleich erlittener Nachteile oder Einschränkungen geleistet wird. Während der Begriff des Schadensersatzes den zivilrechtlichen Ausgleich für solche Einbußen beschreibt, die im privaten Rechtsverkehr entstanden sind, pflegt man mit dem Begriff der Entschädigung vor allem den Ausgleich für Nachteile durch die öffentliche Hand zu verstehen (vgl. jedoch Entschädigung im Steuerrecht).

ERBSCHAFTSSTEUERVERSICHERUNG Ist eine Lebensversicherung mit einer Erbschaftssteuerklausel (§16 ErbStG), bei der man Erbschaftssteuer spart. Voraussetzung hierfür ist, dass der Versicherungsnehmer verfügt, dass im Ablebensfall die Versicherungssumme (innerhalb von zwei Monaten nach seinem Tod) direkt an das Finanzamt abgeführt wird. Als Ausgleich hierfür bleibt der für die Erbschaftssteuer verwendete Teil der Versicherungsleistung erbschaftssteuerfrei.

ERLEBENSVERSICHERUNG Nennt man eine Art der Kapitallebensversicherung, bei der bei Erreichen eines bestimmten Alters der versicherten Person die Erlebensleistung fällig wird. Bei Ableben während der Vertragslaufzeit werden die einbezahlten Prämien abzüglich der Kosten und in der Regel zuzüglich der Zinsen und Gewinnanteile ausbezahlt.

ERSATZWERT Als Ersatzwert wird der Wert einer versicherten Sache zum Zeitpunkt des Schadensfalles bezeichnet. Daraus ergibt sich die Entschädigungsleistung des Versicherers.

ERSTPRÄMIE Ist die erste bei Zustellung der Versicherungspolizze fällige Prämie, die den Versicherungsschutz in Kraft setzt. Bei Nichtzahlung kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten und ist im Schadensfall leistungsfrei.

ERSTRISIKO-VERSICHERUNG Ist eine Versicherung, bei der die Schäden bis zur Höhe der Versicherungssumme voll ersetzt werden, ohne Rücksicht darauf, in welchem Verhältnis Versicherungssumme und tatsächlicher Wert des versicherten Risikos zueinander stehen.

ERWERBSUNFÄHIGKEIT Liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls nicht in der Lage ist, auf Dauer irgendeiner regelmäßigen erwerbsmäßigen Tätigkeit nachzugehen. Im Unterschied zur Berufsunfähigkeit spielt hier weder der bisher ausgeübte Beruf noch das bisherige Erwerbseinkommen eine Rolle.

EUROPÄISCHER UNFALLBERICHT Formular, das in vielen Ländern Europas zur Aufnahme und Regulierung von Verkehrsunfällen dient und von Behörden und Versicherungen anerkannt wird. Es beinhaltet die wichtigsten Angaben zum Verkehrsunfall und muss von beiden Unfallbeteiligten ausgefüllt werden. Der Europäische Unfallbericht sollte daher, vor allem bei Reisen ins Ausland, stets im Auto mitgeführt werden, um eine problemlose und zügige Schadenabwicklung zu gewährleisten.

EXCEDENT Derjenige Teil der Versicherungssumme, der den Selbstbehalt übersteigt und in Rückdeckung gegeben wird.

EXCEDENTENVERSICHERUNG Wird meist in der Haftpflichtversicherung angewendet und ist eine Ergänzungsversicherung, die Schäden übernimmt, die über die Grundversicherungssumme hinausgehen. In der Regel ist eine Excedentenversicherung preisgünstiger als eine Erhöhung der Grundversicherungssumme.

EXTENDED COVERAGE Bedeutet die Versicherung zusätzlicher Gefahren, wie Elementarschäden, Streik, innere Unruhen und Aussperrung, Fahrzeuganprall, Rauch, Sprinkler Leckage, Überschallknall und böswillige Beschädigung. Zumeist wird die EC-Deckung bei Industrieversicherungen als Ergänzung zur Feuerversicherung abgeschlossen.

F

FAHRERFLUCHTFONDS Verkehrsopfer erhalten unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen, wenn kein diesbezüglicher Versicherungsschutz besteht z. B. bei Fahrerflucht des Unfallgegners, gestohlenem Fahrzeug.

FAHRRADVERSICHERUNG Fahrräder in versperrten Räumen im Rahmen einer Haushaltsversicherung sind in der Regel mitversichert. Bei besonders teuren Fahrrädern sollte die Versicherungssumme entsprechend angehoben oder aber eine separate Fahrradversicherung abgeschlossen werden.

FAHRZEUGRECHTSSCHUTZ Umfasst den Schadenersatz- und Strafrechtsschutz sowie den Führerscheinrechtsschutz. Zusätzlich kann der Fahrzeug-Vertragsrechtsschutz sowie der Lenker-Rechtsschutz abgeschlossen werden. Der Versicherer übernimmt die Kosten und den Vorschuss einer Strafkaution im Ausland, um einer Inhaftierung zu entgehen.

FÄLLIGKEIT der Prämie Die Fälligkeit ist jener Zeitpunkt, zu dem der Versicherungsnehmer die Prämie zahlen muss, um nicht in Verzug zu geraten.

FÄLLIGKEIT der Leistung Der Anspruch auf die Versicherungsleistung wird sofort fällig, wenn der Versicherungsfall eingetreten ist, gemeldet wurde und der Versicherer seine Leistungspflicht prüfen konnte. Davon unabhängig kann der Versicherungsnehmer bereits einen Monat nach Schadensmeldung den Betrag verlangen, der vom Versicherer mindestens zu zahlen sein wird. Bei Lebensversicherungen wird die Leistung bei Erleben des vereinbarten Ablauftermines oder bei Ableben der versicherten Person fällig.

FEUERMAUER Gegen die Nachbarliegenschaft gerichtete Mauer eines Gebäudes, durch welche das Übergreifen eines Brandes von einer Liegenschaft auf eine andere verhindert werden soll.

FEUERSCHUTZSTEUER Ist eine spezielle Versicherungssteuer auf Feuerversicherungen für im Inland versicherte Gegenstände. Sie beträgt derzeit acht Prozent. Vier Prozent davon sind vom Versicherungsnehmer zu tragen, daher beträgt bei Feuerversicherungen die Steuer insgesamt 15 Prozent. Der Erlös wird auf die Länder zum Erhalt der Feuerwehren aufgeteilt.

FEUERVERSICHERUNG Bietet Versicherungsschutz gegen Brand, Blitzschlag, Explosion und Flugzeugabsturz. Mitversichert sind unvermeidliche Folgeschäden und Aufwendungen zur Schadenminimierung bzw. -abwehr.

FINANZMARKTAUFSICHT (FMA) Ist die unabhängige und weisungsfreie Aufsichtsbehörde in Österreich. Die Aufgaben der FMA umfassen insbesondere die Prüfung der Einhaltung der Gesetze, die Ahndung von Verstößen, den Schutz von Anlegern und Konsumenten und die Sicherung der Stabilität des österreichischen Finanzmarktes.

FLOTTENRABATT Dabei handelt es sich um einen speziellen Nachlass bei Kfz-Versicherungen, der gewährt wird, wenn bei einem Versicherer eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen eines Versicherungsnehmers versichert wird.

FOLGEPRÄMIE Die Folgeprämie bezeichnet den regelmäßig zu bezahlenden Beitrag nach Beginn der Versicherung und Zahlung der Erstprämie. Mit der Erstprämie beginnt die Versicherung. Ab diesem Zeitpunkt hat der Versicherungsnehmer uneingeschränkten Versicherungsschutz. Dieser Versicherungsschutz bleibt allerdings nur erhalten, wenn auch weiterhin die vertraglich vereinbarten Folgeprämien bezahlt werden. Werden die Folgeprämien nicht rechtzeitig bezahlt, riskiert der Versicherungsnehmer nach einer Frist seinen Versicherungsschutz.

FOLGESCHADEN Ein Folgeschaden ist ein durch ein Ereignis herbeigeführter mittelbarer Schaden. Versicherte Sachen können sowohl durch unmittelbare Einwirkung eines Schadenereignisses, als auch durch unvermeidliche Folgewirkungen beeinträchtigt werden. In der Hausratversicherung sind alle Schäden gedeckt, die durch die versicherten Gefahren verursacht werden, also auch Folgeschäden.

FONDSGEBUNDENE LEBENSVERSICHERUNG Eine Form der Lebensversicherung, bei der die Prämien in Investmentfonds angelegt werden. Der Versicherungsnehmer hat die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Veranlagungsstrategien und der Versicherungssumme zu wählen. Die Ablaufleistung hängt von der Wertentwicklung der gewählten Veranlagungsstrategie ab. Das Risiko der Veranlagung trägt der Versicherungsnehmer. Es gibt auch Varianten, bei denen das einbezahlte Kapital garantiert wird.

FONDSORIENTIERTE LEBENSVERSICHERUNG Eine Form der Lebensversicherung, die einerseits eine garantierte Mindestverzinsung und die Aussicht auf höhere Erträge durch Veranlagung der Gewinnanteile an den Aktienmärkten bietet.

FRANCHISE bedeutet Selbstbehalt. Bei der Abzugs-Franchise wird ein fixer Betrag oder ein Prozentsatz, der im Schadensfall immer in Abzug gebracht wird, vereinbart. Beim Integral Franchise trägt der Versicherungsnehmer Schäden bis zur Höhe des vereinbarten Selbstbehaltes selbst. Schäden, die über diesen Wert hinausgehen, trägt der Versicherer zur Gänze.

FREIWILLIGE ZUKUNFTSSICHERUNG Gemäß dem Einkommensteuergesetz kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern jährlich bis zu 300 Euro steuerfrei für Zwecke der Zukunftssicherung zuwenden. Dabei tritt das Unternehmen als Versicherungsnehmer und Prämienzahler für den Dienstnehmer auf. Der Dienstnehmer und auf Wahl auch seine Hinterbliebenen sind die direkt Begünstigten. Die Prämien sind für das Unternehmen abzugsfähig und für den Dienstnehmer steuerfrei.

FREIZÜGIGKEIT Werden in einem Versicherungsvertrag verschiedene Versicherungsorte mit verschiedenen Versicherungssummen zusammengefasst, so kann die Freizügigkeitsklausel vereinbart werden. Damit werden Wertverschiebungen zwischen den Versicherungsorten berücksichtigt und ein Summenausgleich durchgeführt.

FREIZEITUNFALLVERSICHERUNG Ist eine Form der privaten Unfallversicherung, die sich nur auf den Freizeitbereich beschränkt. Da jedoch Berufsunfälle durch die Leistungen der staatlichen Unfallversicherung meist nicht ausreichend abgesichert sind, empfiehlt sich eine umfassende private Unfallversicherung.

FREMDVERSICHERUNG Die Fremdversicherung kann eine Versicherung auf eine andere Person oder eine Versicherung für fremdes Eigentum meinen. Letztere gilt nur, soweit nicht aus einem anderen Versicherungsvertrag Versicherungsschutz gegeben ist. Der Begriff Fremdversicherung kann außerdem für die nicht-eigne Versicherung stehen. 

FUHRPARKKLAUSEL Begriff aus der Fahrzeugrechtsschutzversicherung. Innerhalb des Vertrages werden sämtliche Fahrzeuge eines Betriebes erfasst. Abgänge, Zugänge und Fahrzeugwechsel sind automatisch mitversichert. Einmal jährlich wird der aktuelle Stand der Fahrzeuge gemeldet und die Prämie neu berechnet.

FÜHRERSCHEINRECHTSSCHUTZ ist ein Baustein aus dem Kraftfahrzeugrechtsschutz. Gewährt wird Versicherungsdeckung für Verfahren wegen Entziehung der Lenkerberechtigung nach einem Verkehrsunfall oder wegen der Übertretung von Verkehrsvorschriften.

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GARANTIEVERZINSUNG Der Garantiezins einer Versicherung ist der vom Versicherer bei einer Kapitalbildenden Renten- und Kapital-Lebensversicherung garantiere Mindestzins, der für die eingezahlten Sparbeiträge anfällt. Dieser Garantiezins wird von den Versicherern über die gesamte Laufzeit garantiert und berechnet sich auf alle eingezahlten Prämien abzüglich der Kosten.

GEBÄUDEVERSICHERUNG Die Gebäudeversicherung ist eine Versicherung zum Schutz der im Versicherungsvertrag bezeichneten Gebäude, Nebengebäude sowie Garagen. Separate Gebäude wie z. B. Gartenhütten bedürfen daher eines entsprechenden besonderen Einschlusses. Unter Umständen ist auch Zubehör mitversichert.

GEFAHRENERHÖHUNG Ist eine nachträgliche Änderung der bei Vertragsabschluss tatsächlich vorhandenen gefahrerheblichen Umstände. Wird hier vorsätzlich gehandelt und dies führt zum Eintritt des Versicherungsfalls, zu einer Vergrößerung des Schadenumfangs oder wird die Gefahr der unberechtigten Inanspruchnahme des Versicherers wahrscheinlicher gemacht, dann wird der Versicherer leistungsfrei.

GEFAHRENKLASSE Bei einigen Versicherungssparten (z. B. Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Unfall-, Berufsunfähigkeitsversicherungen) hängt die Prämienhöhe unter anderem von der Branche bzw. beruflichen Tätigkeit ab (Einteilung nach "Gefahrenklassen"). Betriebe bzw. Personen mit verwaltender oder kaufmännischer Tätigkeit erhalten geringere Prämien als solche mit körperlicher oder handwerklicher Tätigkeit.

GEFÄHRDUNGSHAFTUNG Ist die Haftpflicht ohne Verschulden des Schädigers. Geregelt wird dies in einzelnen Gesetzen wie z. B. im Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflicht-, Luftverkehrs- und Atomhaftpflicht, im Rohrleitungsgesetz, Berggesetz und Forstgesetz. In Erweiterung der Bestimmungen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB) wurde damit der Schutz von geschädigten Personen gestärkt. Gefährdungshaftung im Kraftfahrzeugbereich bedeutet, dass allein die Inbetriebnahme eines Fahrzeuges den Halter verpflichtet, für sämtliche Schäden, die aus dem Betrieb des Fahrzeuges entstehen, zu haften.

GEHALTSUMWANDLUNG Den Begriff Gehaltsumwandlung verwendet man im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersvorsorge. Bei diesem attraktiven Modell für eine steuerfreie Pensionsvorsorge, verzichtet der Arbeitnehmer auf 300 Euro Gehalt pro Jahr zugunsten einer Zukunftsvorsorge. Die Beiträge sind von Lohnnebenkosten befreit und werden als Betriebsausgabe vom Arbeitgeber in eine Lebensversicherung einbezahlt. Aus der Versicherungsleistung erhält der Arbeitnehmer eine steuerfreie lebenslange Pension.

GELTUNGSBEREICH Der Geltungsbereich gibt an, in welchen Ländern die vereinbarte Versicherung gilt (z. B. Unfallversicherung weltweit, Kfz-Haftpflichtversicherung ohne zusätzliche Vereinbarung nur in den Ländern, die auf der grünen Karte erwähnt sind).

GENERALPOLIZZE Ist ein Begriff aus der Transportversicherung, bei der der Versicherer auf Einzel- Transportanmeldungen verzichtet und für die laufend zu versichernden Risiken im Voraus Deckung gewährt.

GENESUNGSGELD Zu den möglichen Leistungen der privaten Unfallversicherung zählt das Genesungsgeld. Ergibt sich nach einem Unfall ein Krankenhausaufenthalt, kann die Versicherung für jeden Aufenthaltstag ein festgelegtes Tagegeld zahlen. Nach Entlassung aus dem Krankenhaus leistet der Versicherer üblicherweise die gleiche Summe pro Tag wie das Krankenhaustagegeld für die häusliche Pflege bis zur Genesung (meist begrenzt auf eine maximale Zeitdauer).

GESCHÄDIGTER (Dritter) In der Haftpflichtversicherung ist der Geschädigte derjenige, der gegenüber dem Versicherungsnehmer den Schaden geltend macht. Die Entschädigungsleistung erhält er vom Versicherer.

GESUNDHEITSPRÜFUNG Für den Abschluss einer Personenversicherung (Lebens-, Kranken-, Berufsunfähigkeitsversicherung) ist die Feststellung des Gesundheitszustandes Voraussetzung. Es genügt im Allgemeinen die vollständige Beantwortung der Gesundheitsfragen im Antrag. Ab einer höheren Versicherungssumme oder auch höherem Abschlussalter ist ein ärztliches Attest erforderlich.

GEWINNBETEILIGUNG Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen ist der Versicherungsnehmer am Gewinn, der aus der Veranlagung seiner einbezahlten Prämien erwirtschaftet wird, beteiligt. Versicherer sind verpflichtet einen Großteil dieser Gewinne an den Kunden weiterzugeben. Da diese von der Entwicklung der Kapitalmärkte abhängen, können sie nicht garantiert werden. Der Versicherungsnehmer ist jährlich über den Stand der erworbenen Gewinnbeteiligung seines Vertrages zu informieren.

GLASVERSICHERUNG Nicht versichert sind Hohlgläser wie Beleuchtungskörper, Vasen, Trinkgläser oder optische Gläser. Keine Entschädigung leistet der Versicherer bei Zerkratzen, Verschrammen, Absplittern oder Schäden, die durch Tätigkeiten an den Gläsern selbst oder beim Transport entstehen. Spezialverglasungen müssen gesondert versichert werden. Meist wird die Glasbruchversicherung im Rahmen einer Haushalts-, Eigenheim- oder Betriebsbündelversicherung abgeschlossen.

GLIEDERTAXE Die Gliedertaxe entstammt der privaten Unfallversicherung. Sie dient der Bestimmung des Invaliditätsgrads und der darauf beruhenden Zahlung an den Versicherten. Je höher der Invaliditätsgrad, desto umfassender die Zahlung. Für jeden Körperteil gelten bestimmte Prozentsätze, die sich zum Teil zwischen den Versicherern unterscheiden. Verlust oder Funktionsunfähigkeit einer Hand etwa zählt bei der normalen Gliedertaxe als 55-prozentige Invalidität. Manche Versicherer definieren hier einen höheren Invaliditätsgrad und eine entsprechend höhere Entschädigung.

GROBE FAHRLÄSSIGKEIT Ein Versicherungsnehmer handelt grob fahrlässig, wenn er die in der jeweiligen Situation erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße verletzt (Beispiele: brennende Kerzen unbeaufsichtigt lassen, sodass ein Brand entsteht, Einbruchschaden infolge fehlender oder mangelnder Sicherung). Wird durch Fahrlässigkeit ein Schaden verursacht, ist der Versicherer meist leistungsfrei. In der Haftpflichtversicherung erhält der geschädigte Dritte allerdings auch bei fahrlässig verursachten Schäden seinen Schadenersatz. Bei grober Fahrlässigkeit holt sich der Versicherer das Geld vom Verursacher zurück (Regress).

GRUNDSTUFE Die Stufe 9 bezeichnet man in der Kfz-Haftpflichtversicherung als Grundstufe (für Neueinsteiger). Siehe auch BONUS-MALUS-SYSTEM.

GRÜNE KARTE Sie ist der international anerkannte Nachweis, dass ein Auto ordnungsgemäß versichert ist. Innerhalb Europas sollte grundsätzlich das Kfz-Kennzeichen als Beleg ausreichen, dass eine gültige Versicherung besteht. Die Karte wird vom Haftpflichtversicherer ausgestellt und enthält alle Angaben über die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung und Adressen von Regulierungsbüros, an die sich der Geschädigte im Gastland um Rat und Hilfe wenden kann. In welchen Ländern eine Grüne Karte mitzuführen ist, erfahren Sie beim Versicherungsverband Österreich.

GRUPPENVERSICHERUNG In der Gruppenversicherung wird eine Personengruppe in einem gemeinsamen Versicherungsvertrag gegen ein definiertes Risiko versichert. Der Vertragspartner ist dabei immer der Versicherungsnehmer und die Versicherung wird auch von diesem verwaltet. Eine kleine Form der Gruppenversicherung ist zum Beispiel die Familienversicherung in der privaten Krankenversicherung.

H

HAGELVERSICHERUNG Bei der Hagelversicherung handelt es sich um eine spezielle Absicherung für die Landwirtschaft. Der Versicherer deckt den Ertragsausfallschaden an den versicherten Erzeugnissen, der durch Hagelschlag entsteht. Im Rahmen einer Elementarschadenversicherung für Gebäude, Eigenheim, Betrieb oder Haushalt sind unter anderem auch Hagelschäden gedeckt.

HAFTUNG Bedeutet Schadenersatzverpflichtung gegenüber einem Geschädigten in unbegrenzter Höhe aufgrund des Gesetzes oder eines Vertrags. Grundsätzlich ist die Haftung vom Verschulden abhängig.

HAFTPFLICHTVERSICHERUNG Ist eine Versicherung zur Regulierung von Schäden, die Dritten zugefügt werden. Schadenersatzforderungen Dritter können, vor allem bei Personenschäden, in enorme Summen wachsen. Einige Beispiele: Sie verursachen als Fußgeher oder Radfahrer einen Unfall, Ihr Hund beißt einen Spaziergänger oder auf dem nicht gestreuten Gehsteig vor Ihrem Haus stürzt ein Passant und bricht sich das Bein. Eine Haftpflichtversicherung ist daher für die finanzielle Absicherung unumgänglich. Sie übernimmt Schadensersatzforderungen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen privatrechtlichen Inhalts wegen eines Personen- oder Sachschadens, der dem versicherten Risiko entspringt. Darüber hinaus übernimmt der Versicherer auch eine Rechtsschutzfunktion, indem er Ansprüche Dritter dem Grunde und der Höhe nach prüft und gegebenenfalls auch abwehrt. Die Abwicklung des Versicherungsfalles nimmt grundsätzlich der Versicherer vor. Leistungsfrei ist der Versicherer, wenn der Versicherungsnehmer den Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt hat.

HAKENLASTVERSICHERUNG ist eine Spezialversicherung im Rahmen der Transport- oder Haftpflichtversicherung (für Kräne, Abschlepp- oder Bergefahrzeuge), die einen Sachschaden am beförderten Gut deckt sowie einen daraus entstehenden Folgeschaden.

HAUS-HAUSVERSICHERUNG Durchgehende Transportversicherung vom Beginn des Transportes bis zum Bestimmungsort.

HAUSHALTSVERSICHERUNG Ist eine Bündelversicherung, die Sie vor den finanziellen Folgen von Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Flugzeugabsturz, Elementarereignisse, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser und Haftpflicht schützt. In der Regel sind auch Vandalismus-Schäden nach Einbruchdiebstahl und Glasbruch mitversichert. Um Probleme bei der Schadensabwicklung zu vermeiden, muss die Versicherungssumme ausreichend sein und die Grenzwerte für Wertgegenstände wie Bargeld, Schmuck, Münzsammlungen etc. müssen beachtet werden.

HEIRATSVORSORGE (Aussteuerversicherung) Ist eine besondere Form der Lebensversicherung, bei der die Versicherungsleistung bei Heirat, spätestens aber mit dem 25. Lebensjahr des versicherten Kindes fällig wird. Bei Ableben des Versorgers entfällt die weitere Beitragszahlung. Manche Versicherer zahlen zusätzlich eine Versicherungssumme zur Erstversorgung aus.

HÖCHSTHAFTUNGSSUMME Drückt die Haftungsgrenze des Versicherers aus. In der Haushalts- und Eigenheimversicherung wird die Höchsthaftungssumme nach der Wohnnutzfläche bzw. verbauten Fläche und Geschossen berechnet. Der Versicherer verzichtet auf den Einwand einer Unterversicherung bis zur ermittelten Höchsthaftungssumme im Schadensfall.

HÖHERE GEWALT darunter versteht man von außen kommende, nicht voraussehbare, außergewöhnliche Ereignisse, die auch mit äußerster Sorgfalt nicht verhütet werden können. Schäden aufgrund solcher Ereignisse finden in den meisten Versicherungssparten keine Deckung.

I

INDEXKLAUSEL Vertragliche Zusicherung, nach der definierte Nominalgrößen an die Entwicklung eines bestimmten Index gekoppelt werden, um so einen nachträglichen Schutz vor negativen Folgen einer Inflation zu erhalten. Derartige Wertsicherungsklauseln sind z. B. Zinsindexklauseln. Wertsicherungsklauseln definieren bei Erhöhung bestimmter Preisindizes (zum Beispiel gewogene Durchschnittspreise für Lebenshaltung, Baukosten, Effektivlöhne, Importpreise usw.) die Leistung eines Zuschlages zur Geldschuld (Indexierung).

INDIREKTER BLITZ Im Unterschied zum direkten Blitzschlag, der auf die versicherten Sachen unmittelbar schädigend einwirkt, ist der indirekte Blitz die mittelbare Auswirkung der atmosphärischen Elektrizität, die zu Schäden an elektrischen und elektronischen Geräten führt. In der Feuerversicherung sind grundsätzlich nur Schäden durch direkten Blitzschlag mitversichert. Indirekte Blitzschäden kann man separat vereinbaren oder eine spezielle Elektronik- oder Elektrogeräte-Versicherung abschließen, die u. a. auch solche Schäden übernimmt.

INDIREKTVERSICHERUNG Das Unternehmen schließt als Versicherungsnehmer, Prämienzahler und Begünstigter für den jeweiligen Mitarbeiter als versicherte Person einen Versicherungsvertrag ab. Den Erlös erhält im Leistungsfall das Unternehmen, das damit die Ansprüche des Mitarbeiters befriedigt.

INDUSTRIEVERSICHERUNG Ein Unternehmensindividuell abgegrenztes Geschäftsfeld von Versicherern. Versicherungsnehmer sind große Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen, besonders in den Versicherungszweigen Feuerversicherung, Transportversicherung und Haftpflichtversicherung. Zu den Industrieversicherungen zähen auch technische Versicherungen und Extended-Coverage-Versicherungen. Charakteristisch für die hierbei zu versichernden Risiken sind hohe Schadenpotenziale bei relativ geringer Eintrittshäufigkeit bzw. Eintrittswahrscheinlichkeit, eine hohe Komplexität des Risikos und häufig eine grenzüberschreitende Tätigkeit des zu versichernden Unternehmens.

INKASSO Der Einzug von Prämien oder Beiträgen.

INNERE UNRUHEN Liegen vor, wenn ein Teil eines Volkes die öffentliche Ruhe und Ordnung durch Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen stört.

INSASSENUNFALLVERSICHERUNG Bietet Versicherungsschutz bei Unfällen für die Insassen des versicherten Fahrzeuges – unabhängig vom Verschulden. Sinnvoll ist eine Insassenunfallversicherung für den Lenker, da dieser bei selbstverschuldeten Unfällen keine Leistungen erhält. Bei Unfällen durch höhere Gewalt, wenn der Schuldige nicht festgestellt werden kann oder die Deckungssumme des Unfallverursachers nicht ausreicht, ist die Insassenunfallversicherung ebenfalls ein wichtiger Schutz. Versichert werden können Leistungen bei Invalidität, Unfalltod, ein Taggeld und Unfallkosten. Man unterscheidet bei der Insassenunfallversicherung zwischen dem Pauschalsystem, bei dem die Versicherungssumme unter allen, zum Zeitpunkt des Unfalls im Fahrzeug befindlichen Insassen aufgeteilt wird und dem Platzsystem, bei dem jeder Platz des Fahrzeuges mit der gleichen Versicherungssumme versichert ist.

INTERESSEWEGFALL Eine Versicherung erlischt, wenn das versicherte Interesse wegfällt.

INVALIDITÄT Bedeutet die unfallbedingte dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit. Die Unfallversicherung erbringt die vereinbarte Leistung, wenn die Invalidität innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eingetreten ist und von einem Arzt schriftlich bescheinigt wird.

INVALIDITÄTSGRAD Gibt den Grad der bleibenden Behinderung nach einem Unfall an, der durch völligen Verlust bzw. eine volle Funktionsuntüchtigkeit von Körperteilen und Sinnesorganen entsteht. Die Leistung der Unfallversicherung richtet sich nach dem innerhalb eines Jahres nach Unfall eingetretenen Invaliditätsgrad.

INVESTMENTFONDS Kapital, das von vielen Anlegern veranlagt, von einer Kapitalanlagegesellschaft nach verschiedenen Veranlagungsgrundsätzen verwaltet und von einer Depotbank verwahrt wird. Je nach Veranlagung unterscheidet man Geldmarkt-, Aktien-, Renten-, Immobilien- oder gemischte Fonds. Bei ausschüttenden Fonds erhalten die Anteilseigner regelmäßig die Überschüsse ihrer Anteile aus Dividenden und/oder Zinsen ausbezahlt, während bei thesaurierenden Fonds die Überschüsse wiederveranlagt werden und dadurch im Fondsvermögen bleiben. Investmentfonds bilden auch die Veranlagungsgrundlage für fondsgebundene Lebensversicherungen.

J

K

KARENZ(frist) Die Frist ab Versicherungsbeginn, in der bestimmte Leistungen aus der Versicherung nicht erbracht werden. Karenzfristen sind beispielsweise im Zusammenhang mit Versicherungsleistungen infolge Mutterschaft oder bei Zahnversicherungen von Bedeutung.

KAPITALABFINDUNG Unter einer Kapitalabfindung versteht man die komplette Auszahlung einer Rentenversicherung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Es besteht, wenn man eine private Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht abschließt, die Möglichkeit, zum Rentenstart eine lebenslängliche Rente oder eine sofortige Auszahlung des angesparten Kapitals zu wählen. Die Entscheidung darüber kann in der Regel bis zu drei Monate vor Rentenbeginn dem Versicherungsunternehmen mitgeteilt werden.

KAPITALVERSICHERUNG Ist eine Form der Lebensversicherung, bei der der Sparanteil mit einem Ablebensschutz kombiniert wird, wie etwa bei Er- und Ablebensversicherungen, gemischten Versicherungen, Terme-fix und Dread Disease Versicherungen. Bei klassischen Rentenversicherungen wird statt einer bestimmten Ablebensleistung das Langlebigkeitsrisiko abgesichert. In Kapitalversicherungen kann man auch Invaliditätsleistungen oder Leistungen bei Berufsunfähigkeit einbauen.

KASKOVERSICHERUNG Die Kaskoversicherung ist eine Versicherung gegen Schäden am Fahrzeug des Versicherten. Sie kommt für die Zerstörung, Beschädigung oder den Verlust des Fahrzeugs (Auto, Boot) auf. Bei den Autoversicherungen unterscheidet man die Teilkasko- und die Vollkaskoversicherung. Im Gegensatz etwa zur Kfz-Haftpflichtversicherung ist die Kaskoversicherung in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine Pflichtversicherung. Die Bootskasko wird hier nicht weiter behandelt.

KATASTROPHENSCHUTZ (KatS, KatSchutz) Bezeichnet Maßnahmen, die getroffen werden, um Leben, Gesundheit oder die Umwelt in oder vor der Entstehung einer Katastrophe zu schützen. Dazu gehören vorbereitende Maßnahmen, wie zum Beispiel die Aufstellung entsprechender Hilfseinrichtungen und -pläne oder das Festlegen von Standard-Einsatz-Regeln (SER) zur schnellen Reaktion bei gleichen Lagen, die Abwehr von Schäden im Katastrophenfall und die Beseitigung von Katastrophenschäden.

KAUSALITÄT Ist die Voraussetzung für die Leistungspflicht des Versicherers und bedeutet, dass ein bestimmtes Ereignis als Ursache des Schadens anzusehen ist. Führt eine nicht gemeldete Gefahrerhöhung zum Schadenfall, prüft der Versicherer den Zusammenhang zwischen Gefahrerhöhung und entstandenem Schaden. Liegt diesbezüglich Kausalität vor, ist der Versicherer leistungsfrei.

KEY-MAN VERSICHERUNG (Schlüsselpersonenversicherung) Stellt eine Form der betrieblichen Lebensversicherung dar, die der Absicherung von Führungskräften und Spezialisten dient. Sie deckt die Ausfallkosten des Unternehmens, wenn die versicherte Person durch Krankheit, Unfall oder Tod aus dem Unternehmen ausscheidet.

KFZ-HAFTPFLICHTVERSICHERUNG Der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung ist vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben, um eine Kennzeichen-Tafel zu erhalten und damit sein Fahrzeug in Betrieb nehmen zu dürfen. Durch den Abschluss einer Haftpflichtversicherung werden sämtliche Verkehrsteilnehmer (Schädiger und Geschädigte) umfassend abgesichert.

KINDER-BEGLEITKOSTENVERSICHERUNG Bis zum vollendeten 12. Lebensjahr eines Kindes können die Kosten einer Begleitperson im Krankenhaus oder Rehabilitationszentrum versichert werden: Entweder als eigenständige Versicherung, wobei pro Tag krankheits- oder unfallbedingten Aufenthalts des Kindes eine entsprechende Vergütung erfolgt, oder aber im Rahmen einer Sonderklasseversicherung für das Kind. Hier ist in der Regel eine Begleitkostenregelung meist inkludiert.

KLAGEFRIST Die Klagen sind vor Ablauf der Notfrist eines Monats zu erheben. Die Frist beginnt mit dem Tag, an dem die Partei von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erhalten hat, jedoch nicht vor eingetretener Rechtskraft des Urteils. Nach Ablauf von fünf Jahren, von dem Tag der Rechtskraft des Urteils an gerechnet, sind die Klagen unstatthaft. Die Vorschriften des vorstehenden Absatzes sind auf die Nichtigkeitsklage wegen mangelnder Vertretung nicht anzuwenden. Die Frist für die Erhebung der Klage läuft von dem Tag, an dem der Partei und bei mangelnder Prozessfähigkeit ihrem gesetzlichen Vertreter das Urteil zugestellt ist.

KLAUSELN Sind besondere Vereinbarungen zu den Allgemeinen Versicherungsbedingungen in einem Versicherungsvertrag. Sie können den Versicherungsvertrag erweitern, einschränken oder konkretisieren. Versicherungsklauseln müssen für den Versicherungsnehmer verständlich und transparent sein.

KLEINLEBENSVERSICHERUNG Es handelt sich um eine Kleinlebensversicherung, wenn die Versicherungssumme entsprechend niedrig angesetzt wird, zum Beispiel bei einer Sterbeversicherung. Viele Versicherungsgesellschaften begrenzen die Versicherungssumme auf unter 10.000 Euro. Hier wird der Fokus auf die Erstattung der Beerdigungskosten und weitere mit dem Todesfall eintretende Kosten gelegt. Eine Versorgung im Rentenalter steht im Gegensatz zu den Kapital-Lebensversicherungen nicht im Vordergrund. Selbstverständlich können die Laufzeiten der Kleinlebensversicherungen so gewählt werden, dass eine Auszahlung noch zu Lebzeiten des Versicherten stattfinden kann. Somit muss die Kleinlebensversicherung klar von der Risikolebensversicherung unterschieden werden, bei der eine Auszahlung nur im Todesfall vorgenommen wird, aber auch über kleine Versicherungssummen verfügt. Ferner ist die Kleinlebensversicherungen mit vereinfachten Versicherungsbedingungen verbunden.

KOLLEKTIVVERSICHERUNG Die betriebliche Kollektivversicherung bietet Arbeitgebern die Möglichkeit ähnlich wie bei den Pensionskassen  Mitarbeitern eine kostengünstige Firmenpension zuzusagen. Es handelt sich dabei um eine Lebensversicherung mit fixer Mindestverzinsung. Das sichert den Mitarbeitern eine lebenslang garantierte Zusatzpension. Die Basis für die Betriebliche Kollektivversicherung ist eine Einzel- oder Betriebsvereinbarung (bzw. der Kollektivvertrag).

KOMBINIERTE VERSICHERUNG Versicherung zur Deckung mehrerer Gefahren aufgrund eines Antrages und einheitlicher AVB. Es wird ein Versicherungsschein ausgefertigt. Rechtlich handelt es sich um einen Vertrag. Die Kündigung einzelner Gefahren ist nicht möglich. Die kombinierte Versicherung wird auch als "verbundene Versicherung" bezeichnet.

KOMPOSITVERSICHERER Unter dem Begriff Kompositversicherung werden alle Versicherungsarten der Schaden- und Unfallversicherung, außer der Krankenversicherung, zusammengefasst. Schadenversicherungen dienen dem Versicherungsschutz von Sachwerten (Sachversicherung) sowie der Gefahrenabwehr von Haftungsrisiken. Die private Unfallversicherung, die zur Personenversicherung zählt und eine Summenversicherung, also keine Schadenversicherung ist, wird aus aufsichtsrechtlichen Gründen mit den Schadenversicherungen zur Kompositversicherung zusammengefasst, da sie nur von Versicherern, die sonst die Schadenversicherung betreiben, aber nicht von Lebens- oder Krankenversicherern betrieben werden darf. Die klassische Sortierung (Versicherungszweige des GDV) für Kompositversicherung: Kraftfahrtversicherung, Allgemeine Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung, Rechtsschutzversicherung, Sachversicherung, Transportversicherung, Kredit-, Kautions- und Vertrauensversicherung.

KONTRAHIERUNGSZWANG Unter Kontrahierungszwang (auch Abschlusszwang) versteht man die rechtliche Verpflichtung, mit einem anderen ein Rechtsverhältnis zu begründen, das heißt in der Regel einen Vertrag zu schließen.

KONVERTIERUNG Bei Wohnungswechsel wird beispielsweise die Haushaltsversicherung konvertiert. Meist ist damit eine Laufzeitverlängerung verbunden.

KOSMETISCHE OPERATIONEN Ist nach der Heilbehandlung eines Unfalles das äußere Erscheinungsbild dauerhaft beeinträchtigt, so kommt der Versicherer bis zur vereinbarten Versicherungssumme für die Kosten einer kosmetischen Operation auf. Keine Kostenübernahme hierfür gibt es in der Regel von privaten Krankenversicherern, da sich diese auf die Kosten medizinischer Heilbehandlungen beschränken und u. a. Schönheitsoperationen ausgenommen sind.

KRANKENGELDVERSICHERUNG Die Krankengeldversicherung hilft bei Arbeitsunfähigkeit. Man erhält für jeden Tag der völligen Arbeitsunfähigkeit einen vorab vereinbarten Betrag bis zu einer Maximaldauer von 364 Tagen innerhalb von drei Versicherungsjahren.

KRANKENHAUSTAGEGELD (SPITALGELD) Damit können Kosten abgedeckt werden, die durch einen medizinisch erforderlichen stationären Krankenhausaufenthalt entstehen, wie etwa für einen Stellvertreter im Betrieb, ein Verdienstausfall, eine Haushälterin oder Kinderbetreuung. Der versicherte Geldbetrag wird steuerfrei pro Tag stationärem Krankenhausaufenthalt nach Übermittlung der Spitalsaufenthaltsbestätigung ausbezahlt.

KRANKENVERSICHERUNG Eine Krankenversicherung erstattet den Versicherten die Kosten (voll oder teilweise) für die Behandlung bei Erkrankungen, bei Mutterschaft und oft auch nach Unfällen. Sie ist Teil des Gesundheits- und in vielen Ländern auch des Sozialversicherungssystems. In einigen Ländern kommen neben finanziellen Leistungen auch Sachleistungen hinzu. Ob die Folgekosten von Unfällen von der Krankenversicherung oder einer speziellen Unfallversicherung übernommen werden, ist ebenfalls länderspezifisch geregelt.

KREDITRESTSCHULDVERSICHERUNG Im Versicherungsfall übernimmt der Versicherer die Rückzahlung des aushaftenden Kreditbetrages. Die Versicherungssumme fällt entsprechend dem Kredittilgungsplan. Bei vorzeitiger Kredittilgung kann die Versicherung gekündigt werden.

KREDITVERSICHERUNG Unter einer Kreditversicherung wird die Versicherung des Lieferantenkredits verstanden. Sie umfasst jedoch nicht Kredite wie Immobilienkredite oder Bankdarlehen. Diese werden gemeinhin als Restschuldversicherung oder Kreditausfallversicherung bezeichnet.

KRIEGSRISIKO In den meisten Versicherungsverträgen ist ein Versicherungsfall nicht gedeckt, der in unmittelbaren oder mittelbaren Zusammenhang mit Krieg oder Bürgerkrieg entsteht. In der Transportversicherung kann dieses Risiko mitversichert werden. Bei Personenversicherungen ist lediglich das passive Kriegsrisiko mit voller Leistung inkludiert. Verstirbt die versicherte Person mittelbar oder unmittelbar infolge kriegerischer Ereignisse, ist der Lebensversicherer nur zur Auszahlung des bis dahin aufgebauten Deckungskapitals verpflichtet.

KULANZ Kulanz bezeichnet allgemein ein Entgegenkommen zwischen Vertragspartnern nach Vertragsabschluss und damit einen Rechtsverzicht. Speziell umfasst sie das Gewähren von Reparatur- und Serviceleistungen bei Handelsgütern auf freiwilliger Basis nach Ablauf der gesetzlichen oder individualvertraglichen Gewährleistungsverpflichtungen.

KUMULRISIKO Bei manchen Ereignissen können bei einem Versicherer mehrere/viele Einzelverträge betroffen sein. Beispiele: auf Nachbargebäude übergreifende Brände, Sturm innerhalb eines bestimmten Gebietes aber auch gemeinsame Leistungsfälle aus Feuer- und Feuerbetriebsunterbrechungsversicherung.

KURGELD Die Eigenbelastungen, die durch einen Kuraufenthalt nach Unfällen oder Erkrankungen entstehen, können im Rahmen einer privaten Krankenvorsorge mit einem Kurtagegeld abgedeckt werden.

KURZFRISTIGE VERTRÄGE Versicherungsverträge mit einer Laufzeit unter einem Jahr, die für bestimmte kurzfristige Risiken z. B. für Auslandsreisen abgeschlossen werden. Sie bedürfen keiner Kündigung, da sie von selbst ablaufen.

KÜNDIGUNG Mit Ausnahme von Lebensversicherungen verlängern sich mehrjährige Versicherungsverträge automatisch, wenn sie nicht rechtzeitig vor Ablauf gekündigt werden. Weiteres kann der Versicherungsnehmer kündigen bei Risikowegfall, Veräußerung der versicherten Sache oder aber, wenn der Versicherer die Prämie erhöht. Bei Zahlungsverzug, Konkurs oder Verletzung von vertraglichen Obliegenheiten kann der Versicherer den Vertrag kündigen.

KUNSTVERSICHERUNG Die Kunstversicherung gehört im Bereich der Individualversicherung zu der Gruppe der Sachversicherungen, die besondere Versicherungsbedingungen zur Versicherung von Bildern, Fotos, Sammlungen, Skulpturen, aber zum Teil auch Pelzen und Schmuck vorsieht. Die gewöhnliche Hausratversicherung deckt für diese Gegenstände spezifische Risiken in Höhe und Umfang nicht ausreichend ab.

L

LAUFZEIT Unter Laufzeit versteht man, wie lange ein abgeschlossener Vertrag läuft. Sachversicherungsverträge werden in der Regel mit einer Laufzeit von zehn Jahren abgeschlossen. Der Vorteil für den Versicherungsnehmer ist ein entsprechender Prämiennachlass (Dauerrabatt, Treuenachlass). Laut Konsumentenschutzgesetz können Konsumenten Versicherungsverträge bereits nach dreijähriger Laufzeit kündigen (Achtung: anteilige Rückzahlung des gewährten Rabattes).

LEBENSVERSICHERUNG Eine Lebensversicherung ist eine Individualversicherung, die das biometrische Risiko (meist Todesfall oder Langlebigkeit) der versicherten Person wirtschaftlich absichert. Lebensversicherungen zählen zu den Personenversicherungen, da das versicherte Risiko direkt in der Person liegt. Im Lebensversicherungsvertrag wird eine Versicherungsleistung vereinbart, die im vertraglich vereinbarten Versicherungsfall an den Versicherungsnehmer oder einen anderen Bezugsberechtigten ausgezahlt wird. Je nach vertraglicher Vereinbarung können Tod während einer bestimmten Zeit (Todesfallversicherung), Erleben eines bestimmten Zeitpunktes (Erlebensfallversicherung), der Eintritt schwerer Krankheiten, die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit oder andere, direkt mit dem menschlichen Leben zusammenhängende Gefahren als Versicherungsfall bestimmt sein und damit eine Leistung auslösen. Da am Markt eine Vielzahl an Lebensversicherungsformen und Zusatzbausteinen (Unfall-, Berufsunfähigkeitsvorsorge) angeboten wird, ist eine individuelle bedarfsgerechte Beratung sehr wichtig.

LEIBRENTE Leibrente ist im Gegensatz zur Zeitrente eine Rente, die für die Dauer der Lebenszeit des Berechtigten anfällt. Sie kann durch Einmalerlag (mit sofort beginnender Leibrente) oder aber durch laufende Prämienzahlung erworben werden (aufgeschobene Leibrente).

LEISTUNGSAUSSCHLUSS Da Kranken- und Lebensversicherer ihre Tarife auf Basis eines normalen Gesundheitszustandes kalkulieren, kann bei Vorerkrankungen der zu versichernden Person eine gänzliche Ablehnung oder aber ein Leistungsausschluss erfolgen. Meist ist es jedoch besser, mit dem Versicherer über einen Risikozuschlag zu verhandeln, statt einen Leistungsausschluss anzunehmen.

LEISTUNGSFREIHEIT Verletzt der Versicherungsnehmer Bestandteile des Versicherungsvertrags, kann dies zu einer so genannten Leistungsfreiheit des Versicherers führen. Dazu gehören: unrichtige Angaben am Versicherungsantrag, Nichterfüllung von Anzeigepflichten (Gefahrerhöhungen, verspätete Schadensmeldung), schuldhaftes Herbeiführen eines Versicherungsfalles aber auch verspätete Prämienzahlung. Leistungsfreiheit ist jedoch nur bei vorsätzlicher und schuldhafter Obliegenheitsverletzung gegeben und wenn sie in unmittelbarem Zusammenhang mit der Schadensursache steht.

LEISTUNGSZUSAGE Mit der direkten Leistungszusage verspricht der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine monatliche Firmenpension. Es werden hierfür bestimmte Rückstellungen gebildet, die sich gewinnmindernd in der Bilanz auswirken und somit beträchtlich Steuern gespart werden können. Die Rückstellungen müssen zur Hälfte durch Wertpapiere gedeckt werden, der restliche Teil wird mit einer Rückdeckungsversicherung finanziert.

LEITUNGSWASSERVERSICHERUNG Spezielle Sachversicherung gegen Schäden an Gebäuden oder beweglichen Sachen durch bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser sowie gegen Schäden an Zu- und Ableitungsrohren und an bestimmten Einrichtungen der sanitären Installation durch Rohrbruch oder Frost. Als eigenständiger Versicherungszweig findet die Leitungswasserversicherung insbesondere bei landwirtschaftlichen und gewerblichen Risiken Verwendung. Darüber hinaus ist die Gefahr Leitungswasser auch im Rahmen der verbundenen Hausratversicherung und der verbundenen Wohngebäudeversicherung mit gedeckt. Bruch- und Frostschäden an Rohrleitungen und Frostschäden an angeschlossenen Einrichtungen samt Auftaukosten sind mitversichert. Gegen Mehrprämie können auch Korrosionsschäden, Dichtungs- und Verstopfungsschäden versichert werden. Ausgeschlossen sind Schäden durch Witterungsniederschläge, Hoch- oder Grundwasser.

LIEBHABERWERT (Affektionswert) Ein besonderer Wert einer Sache für den Besitzer, der in Geld nicht kalkulierbar ist, weil er auf persönlichem Interesse beruht (Sammlungen, Fotografien, Autos usw.). Er ist daher nicht versicherbar, im Schadensfall wird höchstens der Verkehrswert ersetzt.

LUFTFAHRTVERSICHERUNG Ist die Zusammenfassung verschiedener Versicherungssparten, die im Zusammenhang mit der Luftfahrt stehen. Beispielsweise die Luftfahrt-Unfallversicherung oder die Luftfahrt-Haftpflichtversicherung.

M

MAHNUNG Wird auch als Zahlungserinnerung bezeichnet. Eine Mahnung ist die bestimmte und eindeutige Aufforderung des Gläubigers an den Schuldner, die geschuldete Leistung zu erbringen. Die Mahnung kann (neben Bestehen eines fälligen Anspruchs und Nichtleistung durch den Schuldner) Voraussetzung für den Verzug des Schuldners sein. Verzug tritt nicht ein, solange der Schuldner die Nichtleistung nicht zu vertreten hat, wofür er aber beweispflichtig ist.

MASCHINENVERSICHERUNG Im Rahmen einer Maschinenversicherung können alle Maschinen, Apparate, maschinellen Einrichtungen und Anlagen (Maschinen der Energieerzeugung wie Turbinen, Generatoren etc. oder Maschinen und Anlagen der Energieverteilung wie Transformatoren oder ähnliches, sowie alle Produktions- und Hilfsmaschinen) versichert werden. Nicht versicherbar sind jedoch so genannte Verschleißteile, Betriebsstoffe und Kleinwerkzeuge.

MASCHINEN-BETRIEBSUNTERBRECHUNGSVERSICHERUNG (MBU) Für viele Unternehmen ist der plötzliche Ausfall einer oder mehrerer Maschinen durch einen Sachschaden mit hohen finanziellen Schäden verbunden. Mit einer MBU kann man dieses Risiko an einen Versicherer auslagern.

MEHRKOSTENVERSICHERUNG Versicherung zur Deckung von Mehrkosten, die infolge eines versicherten Sachschadens notwendig werden, um eine Unterbrechung oder Beeinträchtigung des versicherten Betriebs abzuwenden oder zu vermindern.

MEHRKOSTEN-BETRIEBSUNTERBRECHUNGSVERSICHERUNG Versichert werden jene Mehrkosten, die bei einer Betriebsunterbrechung aufgrund eines versicherten Sachschadens entstehen, wie etwa Anmietung eines Ersatzlokales, Leihpersonal oder EDV-Fremdanlagen.

MIETSACHSCHÄDEN Schäden an gemieteten Sachen sind nach den AHB ausgeschlossen. In der Privathaftpflichtversicherung sind diese Schäden jedoch eingeschlossen, sofern es sich um die Beschädigung der gemieteten Wohnräume handelt.

MINDESTPRÄMIE Prämie, die unabhängig vom Versicherungsumfang mindestens zu zahlen ist.

MINDESTVERSICHERUNGSSUMME Die Mindesthöhe der Versicherungssumme bei Kraftfahrzeugen je Schadensfall, einschließlich Anhänger. Bei Kraftfahrzeugen, die der Beförderung von Personen dienen und mehr als neun Plätze (ohne den Fahrersitz) aufweisen, erhöhen sich diese Beträge für das Kraftfahrzeug unter Ausschluss der Anhänger.

MINDESTVERZINSUNG In der kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherung wird zum Vertragsablauf nicht nur der Bestand der Sparbeiträge, sondern auch eine Mindestverzinsung vertraglich garantiert (siehe ABLAUFLEISTUNG). Die maximale Mindestverzinsung (auch Rechnungszins) wird von der Bundesaufsichtbehörde für das Finanzwesen (BaFin) festgesetzt. Seit 01.01.2004 darf daher kein Versicherer einen höheren Zins als 2,75 % (davor 3,25 %, bis 30.06.2000 4 %) vertraglich garantieren.

MONTAGEVERSICHERUNG Dient der Absicherung des Montageobjektes und der Montageausrüstung gegen unvorhergesehene und plötzlich eintretende Schäden und Verluste durch Konstruktions-, Material- und Montagefehler, höhere Gewalt und Diebstahl.

MOTORBEZOGENE VERSICHERUNGSSTEUER (Kfz-Steuer) Die Einhebung der motorbezogenen Versicherungssteuer, oft besser bekannt als "Kfz-Steuer", wurde von den Behörden auf die Versicherungsunternehmen übertragen. Die Höhe der Steuer ist gesetzlich geregelt.

MÜNDELSICHERE PAPIERE Risikoarme, festverzinsliche Wertpapiere, die zur Anlage von Mündelgeldern dienen. Ein bestimmter Teil der Vermögensanlagen von Versicherungsgesellschaften muss ebenfalls in mündelsicheren Papieren veranlagt werden.

MUSIKINSTRUMENTEVERSICHERUNG Bietet Schutz bei Verlust und Beschädigung der versicherten Musikinstrumente auf Reisen, bei Transporten sowie bei deren Benützung.

MUSTERBEDINGUNGEN Unverbindliche Versicherungsbedingungen, die vom Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs empfohlen werden. Die Versicherungsgesellschaften weichen oft deutlich von den Verbandsempfehlungen ab. Rechtlich verbindlich sind nur die Allgemeinen Versicherungsbedingungen, die dem jeweiligen Versicherungsvertrag zugrunde liegen.

MUSTERKOLLEKTIONSVERSICHERUNG Die Musterkollektionsversicherung versichert Kollektionen aller Art, deren Verpackung und Behältnisse mit Ausnahme von Juwelen, Gold-, Schmuck- und Silberwaren etc. Die Waren sind gegen Verlust und Beschädigung versichert.

N

NACHLÄSSE (Rabatte) Ein Rabatt ist ein Nachlass vom Listenpreis einer Ware oder Dienstleistung,von dem Preis, den der Unternehmer in sonstiger Weise allgemein ankündigt bzw. fordert oder ein Sonderpreis, der wegen der Zugehörigkeit zu bestimmten Verbraucherkreisen, Berufen, Vereinen oder Gesellschaften eingeräumt wird. Rabatte werden als Kaufanreize in der Preispolitik eingesetzt. Die Berechnung erfolgt bei der Preiskalkulation. Rabatte werden meist in Prozent vom Listenpreis als Rabattsatz angegeben. Eine dem Geldrabatt ähnliche Wirkung entfaltet das Anbieten, Ankündigen oder Gewähren von Zugaben. Zugaben sind Rabatte in Güterform. Keine Rabatte sind allgemeine Preissenkungen oder Warenrückvergütungen.

NACHBESSERUNG Im Rahmen der Gewährleistung besteht die Verpflichtung zur Nachbesserung eines Werkes zur Beseitigung von Mängeln. Solche vertraglichen Erfüllungen sind grundsätzlich von der Haftpflichtversicherung ausgeschlossen. Im Rahmen der erweiterten Produkthaftpflichtversicherung können jedoch bestimmte Aufwendungen, die infolge Nachbesserung des Endproduktes bzw. einer anderen Schadenbeseitigung entstehen, mitversichert werden.

NACHHAFTUNG Bedeutet, dass der Versicherer auch nach Beendigung des Versicherungsvertrages noch für einen begrenzten Zeitraum Deckung gewährt. Dies ist z. B. bei Vermögensschadenshaftpflichtversicherungen bei beratenden und planenden Berufen sehr wichtig: Durch die Nachhaftung wird Schutz für Verstöße, die während der Vertragslaufzeit begangen wurden und deren Folgen erst nach Vertragslaufzeit bekannt werden, gewährt. Bei Notaren, Rechtsanwälten und Mediatoren ist eine unbegrenzte Nachhaftung vorgeschrieben.

NACHMELDEPFLICHT Veränderungen des Gesundheitszustandes, die in der Zeit zwischen Antragsstellung und Policierung eingetreten sind, müssen spätestens nach Erhalt des Versicherungsscheines nachgemeldet werden. Die Anzeigepflicht besteht auch zwischen Antragstellung und Antragsannahme.

NACHVERSICHERUNG Unter dem Begriff der Nachversicherung wird eine eigenständige Versicherung verstanden, die zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer auf Basis einer bereits bestehenden Versicherung abgeschlossen wird. Zweck der Nachversicherung ist die Anpassung des bestehenden Versicherungsschutzes. Die Nachversicherung ist bedeutsam im Bereich der Personen- sowie der Sachversicherung.

NATURGEWALTEN In der Kfz-Kaskoversicherung sind Naturgewalten mitversichert. Es handelt sich dabei um die unmittelbare Einwirkung von Sturm, Schneeedruck, Lawinen, Hochwasser, Überschwemmung, Blitzschlag, Felssturz, Hagel, Steinschlag und Erdrutsch.

NEBENGEBÜHREN Beträge, wie etwa die Ausfertigungsgebühr für den Versicherungsvertrag, die Aufnahmegebühr oder Hebegebühr für die Folgeprämie oder Mahnspesen, die mit der Versicherungsprämie vorgeschrieben werden.

NEBENVERSICHERUNG Eine Nebenversicherung liegt vor, wenn eine versicherte Sache durch mindestens zwei unabhängig voneinander bestehende Verträge gegen dieselbe Gefahr versichert ist, ohne dass die Versicherungssummen insgesamt den Versicherungswert übersteigen.

NETTOPRÄMIE Die Versicherungsprämie ohne Versicherungssteuer und ohne Nebengebühren.

NEUWERT Kosten, die für die Wiederbeschaffung einer versicherten Sache in neuwertigem Zustand gleicher Art und Güte aufgewendet werden müssen.

NEUWERTVERSICHERUNG Wenn der aktuelle Neuwert einer versicherten Sache ersetzt wird, spricht man von Neuwertversicherung.

NICHTRAUCHERTARIF Einige Versicherungen haben prämiengünstigere Risikoversicherungen für Nichtraucher entwickelt. Bei der Kalkulation geht man von Sterbetafeln aus, die nur Nichtraucher enthält; da Nichtraucher normalerweise eine größere Lebenserwartung haben als Raucher und somit weniger Ablebensleistungen von den Versicherern ausgezahlt werden müssen, ist die Versicherungsprämie niedriger. Als Nichtraucher gilt, wer in den letzten 12 Monaten vor Antragsstellung nicht geraucht hat.

NIEDERLASSUNGSFREIHEIT Das Recht von Versicherungsgesellschaften eines Mitgliedstaates der Europäischen Union in einem anderen Mitgliedsstaat ohne weitere Zulassung tätig zu werden. Sie müssen sich nur über deren zuständige Herkunftslandbehörde zum Geschäftsbetrieb anmelden und werden von der jeweiligen Sitzlandaufsicht beaufsichtigt.

NOTLEIDENDE RISIKEN Dabei handelt es sich um Versicherungsverträge, die einen schlechten Schadensverlauf aufweisen, gekündigt werden und von keinem neuen Versicherer angenommen werden.

O

OBLIEGENHEITEN Bezeichnen im Schuldverhältnis Pflichten minderen Grades, die vom Gläubiger nicht eingeklagt werden können und bei deren Verletzung sich der Schuldner auch nicht schadensersatzpflichtig macht. Der Schuldner muss die Nachteile dergestalt hinnehmen, dass er bestehende eigene Rechte verliert bzw. nicht mehr geltend machen kann oder dass er Rechte, die er bei Wahrnehmung der Obliegenheit erwerben würde, nicht erhält. Terminologisch zutreffend ist es, statt von abgeschwächten Pflichten, von bloßen Lasten zu sprechen.

OLDTIMERVERSICHERUNG Eine zumeist sehr günstige Versicherung für Fahrzeuge älteren Baujahrs, welche es Autoliebhabern ermöglicht, halbwegs erträgliche Versicherungsprämien zu zahlen.

ONLINE ABSCHLUSS Direktabschluss zumeist einfacher Produkte über das Internet, wie Haushalts-, oder Rechtsschutzversicherung. Der individuelle Bedarf des Kunden bleibt hierbei unberücksichtigt, die Beratung fehlt.

OPTING OUT Ausnahme von der gesetzlich verpflichtenden Kranken- und/oder Pensionsversicherung. Manche Freiberuflergruppen haben durch ihre Kammerorganisation einen privatrechtlichen Krankenversicherungsgruppenvertrag, sodass die GSVG-Pflichtversicherung entfallen kann. Es besteht für Mitglieder dieser Kammern die Wahlmöglichkeit zwischen GSVG-Pflicht- oder Selbstversicherung, ASVG-Selbstversicherung oder dem privatrechtlichen Gruppenvertrag der Kammer.

ORDENTLICHE KÜNDIGUNG Bei Versicherungsverträgen mit bestimmter Laufzeit und vereinbarter Verlängerungsklausel sowie Versicherungen, die auf unbestimmte Zeit abgeschlossen wurden, kann der Versicherungsnehmer unter Einhaltung einer bestimmten Frist kündigen.

P

PARKSCHADEN Ein Kfz-Schaden, der durch Kollision des abgestellten Kfz mit einem unbekannten Fahrzeug entsteht und von einer entsprechenden Kfz-Kaskoversicherung (meist mit Selbstbehalt) übernommen wird. Voraussetzung hierfür ist die unverzügliche polizeiliche Anzeige.

PAUSCHALSYSTEM Begriff aus der Kfz-Insassenunfallversicherung. Die vereinbarten Versicherungssummen werden dabei durch die Anzahl der berechtigten Insassen des Kraftfahrzeuges dividiert. Bei zwei oder mehr Insassen erhöhen sich die Versicherungssummen beitragsfrei um 50 %. Jeder Insasse ist mit dem sich ergebenden Teilbetrag versichert. Das Pauschalsystem ist die gängigste Form der Kraftfahrtunfallversicherung für PKW. Gegensatz: Platzsystem.

PAUSCHALVERSICHERUNG Die Pauschalversicherung, bei der die versicherten Objekte pauschal zusammengefasst werden, steht im Gegensatz zur Einzelversicherung. Eine Pauschalversicherung ist z. B. die Hausratversicherung. Bei ihr werden die beweglichen Gegenstände innerhalb eines Haushaltes in ihrer Gesamtheit versichert.

PENSIONSINVESTMENTFONDS (PIF) Laut Österreichischem Investmentfondsgesetz ein speziell für die Pensionsvorsorge konzipiertes Vorsorgeinstrument. Das Besondere daran sind die staatliche Prämie, die Steuerbegünstigung und die Anlagevorschriften, die aufgrund eines Mindestaktienanteils attraktive Erträge für die Kunden zur Folge haben. Diese steuerlichen Begünstigungen wurden allerdings mit 1.1.2006 aufgehoben, sodass Pensionsinvestmentfonds normale KESt-pflichtige Fonds darstellen.

PENSIONSKASSE Vermögensverwaltungsgesellschaften, die der Finanzmarktaufsicht unterliegen und Beiträge von Unternehmen für ihre Arbeitnehmer zum Zweck der Altersvorsorge verwalten und die Leistungen (Pensionen) an die Berechtigten auszahlen. Die Beiträge sind entweder ein fixer Betrag oder aber ein gewisser Prozentsatz der Bruttolohnsumme. Man unterscheidet betriebliche (geschlossene) Pensionskassen, die Unternehmen für ihre Mitarbeiter gründen, von überbetrieblichen, die die Beiträge von mehreren Unternehmern verwalten.

PENSIONSLÜCKE Die Differenz zwischen dem letztem Erwerbsnettoeinkommen und der zu erwartenden gesetzlichen Nettopension. Mittels privater Vorsorge kann die Pensionslücke ausgeglichen werden, damit der Lebensstandard auch im Alter gehalten werden kann.

PENSIONSRÜCKDECKUNGSVERSICHERUNG Bei einer Pensionsrückdeckungsversicherung sagt ein Betrieb bzw. der Arbeitgeber einem einzelnen Mitarbeiter eine Firmenpension zu. Bedingt durch diese Zusage, welche schriftlich fixiert ist, wird eine gewinnmindernde Pensionsrückstellung gebildet, wodurch in beträchtlichem Maß Steuern gespart werden können.

PENSIONSRÜCKSTELLUNGEN Pensionsrückstellungen sind Rückstellungen für Verpflichtungen aus betrieblicher Altersversorgung (Pensionsverpflichtungen). Der nicht gedeckte Teil wird mit einer Pensionsrückdeckungsversicherung abgesichert.

PENSIONSZUSAGE Eine schriftliche, rechtsverbindliche und unwiderrufliche direkte Zusage des Arbeitgebers an seinen Arbeitnehmer, eine bestimmte Versorgungsleistung, aber auch Invaliditätsleistung, Berufsunfähigkeitsrente, Witwen- oder Waisenversorgung zu erbringen.

PERFORMANCE Spiegelt den Anlageerfolg eines Investments wieder und stellt die Wertentwicklung eines Wertpapiers ohne Berücksichtigung der Kosten dar.

PERSONENSCHADEN Als Personenschaden wird ein Ereignis mit verletzten oder getöteten Personen bezeichnet. Unter Personenschaden versteht man Schadenersatz und Aufwendungen für Verletzungen oder den Tod von Geschädigten.

PERSONENVERSICHERUNG Versicherungen, mittels derer der Versicherungsnehmer für sich und seine Hinterbliebenen Vorsorge treffen kann. Dazu zählen Unfall-, Kranken-, Lebens-, Dread Disease- sowie Berufsunfähigkeits- und Pflegeversicherung.

PFLEGEBEDÜRFTIGKEIT Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höheren Maße der Hilfe bedürfen.

PFLEGEVERSICHERUNG Eine Sozialversicherung, die Fälle der Pflegebedürftigkeit als Maßnahme der Pflegevorsorge abdeckt. Sie erfasst im Allgemeinen auch die häusliche Pflege.

PFLICHTVERSICHERUNG Eine vom Gesetz vorgeschriebene Versicherung, wie etwa die Kfz-Haftpflichtversicherung. Die Sozialversicherung oder die Berufshaftpflichtversicherung für Wirtschaftstreuhänder, Mediatoren, Sachverständige, Versicherungsmakler und Vermögensberater.

PLATZSYSTEM Die Insassenunfallversicherung wird in der Regel im Pauschalsystem abgeschlossen. Man kann aber auch, an Stelle einer pauschalen Versicherungssumme jeden Platz des Fahrzeuges mit einer festen Summe abschließen. Im Schadensfall kommt es so nicht zu einer eventuellen Aufteilung der Versicherungssumme unter den Geschädigten.

POLIZZE (Versicherungsschein) Der Versicherungsschein ist eine Urkunde über einen zustande gekommenen Versicherungsvertrag, er verkörpert den Vertrag zwischen dem Versicherer und dem Versicherungsnehmer. Die Polizze muss sämtliche individuellen Vertragsbestimmungen (Versicherungsnehmer, versicherte Sachen oder Personen, versicherte Leistungen, Prämie, Vertragsdauer) enthalten. Beigelegt sind die Allgemeinen und gegebenenfalls die besonderen Versicherungsbedingungen.

POLIZZENDARLEHEN (VORAUSZAHLUNG) Eine Vorauszahlung der Versicherungsleistung aus einem Lebensversicherungsvertrag an den Versicherungsnehmer. Dies wird auch als Beleihen des Versicherungsvertrages bezeichnet. Im Gegensatz zur Verpfändung erfolgt die Beleihung aber nicht mit einem Dritten, sondern der Versicherer zahlt einen Teil der sonst erst in Zukunft fälligen Versicherungsleistung vorab. Entweder mindert sich hierdurch die schließlich zu zahlende Versicherungsleistung oder der Versicherungsnehmer zahlt den Betrag zwischenzeitlich wieder zurück.

PORTFOLIO Die Gesamtheit der Veranlagungen in Wertpapieren oder auch der Wertpapierbestand eines Investmentfonds.

PRÄJUDIZ Unter Präjudiz versteht man die Vorentscheidung eines obersten Gerichtes mit Leitbildfunktion für künftige Rechtsfälle. An diesen festgelegten Entscheidungen und Beschlüssen haben sich zukünftige Ereignisse oder Fälle zu orientieren. Der Ausdruck "ohne Präjudiz" (unpräjudiziell) bei strittigen Entschädigungsleistungen bedeutet, dass die Zahlung ohne Bindung hinsichtlich der Rechtslage erfolgt.

PRÄKLUSION Bedeutet den Verlust eines Rechts bzw. Verwirkung des Anspruches. Nach qualifizierter Ablehnung eines Versicherungsanspruchs muss der Versicherungsnehmer seine Rechte innerhalb einer Frist von drei Jahren gerichtlich geltend machen, da diese sonst verjährt sind.

PRÄMIE Der Beitrag für die Versicherung und der Preis für den vereinbarten Versicherungsschutz. Die Prämie richtet sich dabei nach der Art, der Höhe und der Dauer des vom Versicherer übernommenen Risikos. Die Prämie wird unterschieden in die laufende und die Einmalprämie. Die laufende Prämie besteht aus der Erstprämie (erster Versicherungsbeitrag) und der Folgeprämie, die monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder auch jährlich gezahlt wird.

PRÄMIENANPASSUNGSKLAUSEL Die Prämienanpassungsklausel ist das Recht einer Versicherungsgesellschaft, die Höhe der Versicherungsprämien anzupassen. Diese Anpassung wird in der so genannten Prämienanpassungsklausel festgelegt. Selbst bei bestehenden Versicherungsverträgen hat der Versicherer das Recht, die durch den Versicherten zu zahlende Prämie anzuheben, falls sich der Verlauf eines Schadens schlechter entwickeln sollte als erwartet, wodurch der Versicherung höhere Kosten entstehen.

PRÄMIENBEFREIUNG Kann mitversichert werden, z. B. bei bestimmten Ereignissen, wie etwa bei Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit oder Ableben einer mitversicherten Person. Der Versicherungsnehmer wird dann von der Prämienzahlungsverpflichtung befreit. Die versicherten Leistungen des Vertrages bleiben dennoch aufrecht. Damit ist gewährleistet, dass das Versorgungsziel jedenfalls erreicht wird bzw. die Hinterbliebenen geschützt sind.

PRÄMIENDEPOT Ein verzinsliches Konto des Versicherungsnehmers bei einer Versicherungsgesellschaft für Vorauszahlungen im Rahmen einer kapitalbildenden Lebensversicherung. Gemäß der vereinbarten Zahlungsweise entnimmt der Versicherer die laufende Prämie für die Lebensversicherung.

PRÄMIENFREISTELLUNG Wenn ein Versicherungsnehmer für seine Lebensversicherung keine Prämien mehr zahlt, so reduziert der Versicherer die Versicherungssumme und alle vereinbarten Zusatzversicherungen erlöschen. Die Leistung des Versicherers bleibt mit der prämienfreien bzw. verminderten Versicherungssumme bestehen. Eine Prämienfreistellung ist nur möglich, wenn bereits ein Rückkaufswert vorhanden ist.

PRÄMIENRÜCKGEWÄHR Darunter versteht man die teilweise Rückvergütung der Unfallpflicht- und Kaskoversicherungsprämie (Beitragsermäßigung) nach schadensfreiem Verlauf eines Haftpflicht oder Vollkaskoversicherungsvertrages unter Maßgabe bestimmter Voraussetzungen (Bonus), ferner die (zuzüglich oder beim Bonus mitberücksichtigte) Rückvergütung auf Grund technischen Überschusses.

PRÄMIENZAHLER Natürliche oder juristische Person, welche der Gesellschaft, gemäß Vertrag, die Prämien zu entrichten hat. In der Regel ist der Prämienzahler identisch mit dem Versicherungsnehmer.

PRIVATE VORSORGE Die private Vorsorge umfasst alle Maßnahmen für die zukünftige persönliche Absicherung und Vorsorge (Kranken-, Unfall-, Berufsunfähigkeits-, Hinterbliebenen- und Pensionsvorsorge). Da der Staat in Zukunft nur mehr eine Grundversorgung bieten können wird, gewinnt die private Vorsorge immer mehr an Bedeutung. Maßgeschneiderte Konzepte und individuelle Lösungen finden Sie bei einem unabhängigen Versicherungsmakler.

PRIVATPATIENT Als Privatpatient mit einer privaten Krankenhausvorsorge genießt man über die Grundversorgung der Sozialversicherung hinaus viele Vorteile, wie etwa freie Arzt- und Krankenhausauswahl, Kostenübernahme für Sonderklassebetreuung und ambulante Leistungen in Tageskliniken sowie Privatarztpraxen oder alternativmedizinische Behandlungen.

PROBEANTRAG Ein unverbindlicher Versicherungsantrag, mit dem das Risiko und die Tarifierung geprüft werden können. Durch diesen kann der Interessent über die endgültige Antragstellung schlüssig werden und prüfen, ob und unter welchen Bedingungen ein Abschluss möglich ist. Durch eine schriftliche Erklärung des Antragstellers kann der Probeantrag in einen verbindlichen Antrag umgewandelt werden.

PRODUKTHAFTUNG In Österreich ist seit 1988 die verschuldensunabhängige Haftung für Personen- und Sachschäden gesetzlich verankert, die durch Mängel eines Produktes nach Lieferung oder Leistung nach Übergabe entstehen. Diese Schäden sind in der Haftpflichtversicherung mitversichert. Einer speziellen Erweiterung des Versicherungsschutzes bedarf es, wenn der Versicherungsnehmer Produkte erzeugt, die von seinem Abnehmer zur Herstellung eines neuen Produktes vermischt, verbunden oder verarbeitet werden und ein allfälliger Mangel des gelieferten Produktes zur Wertlosigkeit bzw. Unbrauchbarkeit führt. In solchen Fällen leistet der Versicherer Schadenersatz.

PROGRESSION Ist ein Begriff aus der Unfallversicherung und bedeutet, dass die Leistung des Versicherers mit dem Grad der Invalidität proportional steigt. Je höher der Grad der Invalidität, desto höher steigt die Leistung an (im Unterschied zur linearen Entschädigung).

PRO RATA TEMPORIS (pro rata Prämie) Wenn Versicherungsverträge beendet werden, aber für diese Verträge noch Guthaben für die nicht beanspruchte Zeit vorhanden ist, gibt es in solchen Fällen eine sogenannte Pro-Rata-Temporis-Abrechnung.

PROVISION Eine Provision ist das Entgelt für eine verkäuferische oder vermittlerische Tätigkeit und wird überwiegend vom Kunden z. B. über eine Versicherungsgesellschaft an den Vermittler gezahlt.

Q

QUALIFIZIERTE MAHNUNG Eine qualifizierte Mahnung eröffnet ein Mahnverfahren und wird vom Versicherer verschickt, wenn keine Versicherungsbeiträge mehr gezahlt werden. Diese Mahnung ist gesetzlich geregelt in § 38 VVG und setzt dem Versicherungsnehmer eine Frist von mindestens zwei Wochen zur Begleichung der offenen Beiträge inklusive der angefallenen Zinsen. Wird die Frist überschritten, verliert der Versicherungsnehmer grundsätzlich den Versicherungsschutz und der Versicherer kann den Vertrag fristlos kündigen. Mit Zahlung der offenen Beiträge innerhalb eines Monats hat der Kunde die Möglichkeit den Vertrag wieder aufleben zu lassen.

R

RABATT Ein Rabatt ist ein Nachlass vom Listenpreis einer Ware oder Dienstleistung, von dem Preis, den der Unternehmer in sonstiger Weise allgemein ankündigt bzw. fordert oder ein Sonderpreis, der wegen der Zugehörigkeit zu bestimmten Verbraucherkreisen, Berufen, Vereinen oder Gesellschaften eingeräumt wird. Rabatte werden als Kaufanreize in der Preispolitik eingesetzt. Die Berechnung erfolgt bei der Preiskalkulation. Rabatte werden meist in Prozent vom Listenpreis als Rabattsatz angegeben. Eine dem Geldrabatt ähnliche Wirkung entfaltet das Anbieten, Ankündigen oder Gewähren von Zugaben. Zugaben sind Rabatte in Güterform. Keine Rabatte sind allgemeine Preissenkungen oder Warenrückvergütungen.

RAUB (Beraubung) Die Wegnahme oder erzwungene Herausgabe von Sachen unter Androhung oder Ausübung von tätlicher Gewalt. Nicht zu verwechseln mit "einfachem Diebstahl", bei dem keine Gewaltandrohung bzw. -ausübung vorliegt. Beraubung in den Versicherungsräumen bzw. bei Transportwegen, ist im Rahmen der Einbruchdiebstahlversicherung versicherbar.

RECHNUNGSGRUNDLAGEN Als Rechnungsgrundlagen bezeichnet man in der traditionellen Versicherungsmathematik, insbesondere in der Lebens- und der Krankenversicherung, die verwendeten Parameter, insbesondere in Beitrags- oder Deckungskapitalformeln. In den letzten Jahrzehnten wurden auch versicherungsmathematische Berechnungsverfahren, insbesondere für Beiträge in der Lebensversicherung, entwickelt, in denen es keine Rechnungsgrundlagen im herkömmlichen Sinn mehr gibt. Dies sind insbesondere an Marktpreisen orientierte und auf Szenarien beruhende Verfahren zur Beitragskalkulation. Der für alle Verfahren angewandte Oberbegriff ist Annahme.

RECHNUNGSZINS Der Rechnungszins ist ein vom Versicherer garantierter Zins für kapitalbildende Lebens- und private Rentenversicherungen und wird auch Garantiezins genannt. Er ist für die gesamte Vertragslaufzeit garantiert und wird auf die eingezahlten Prämien abzüglich der Kosten angerechnet. Seine Höhe hängt davon ab, wann ein Versicherungsvertrag unterschrieben wurde. Er wird vom Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) verbindlich festgelegt.

RECHTSPFLICHTEN Pflichten des Versicherers und des Versicherungsnehmers aus dem Versicherungsvertrag, die bei Nichterfüllung gerichtlich einklagbar sind.

RECHTSSCHUTZVERSICHERUNG Eine Rechtsschutzversicherung ist ein privatrechtlicher Versicherungsvertrag, bei dem der Versicherer gegen Prämienzahlung des Versicherungsnehmers verpflichtet ist, die erforderlichen Leistungen für die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen des Versicherten im vereinbarten Umfang zu erbringen. Die speziellen Rechte, Pflichten und Obliegenheiten der Vertragsparteien eines Rechtsschutzversicherungsvertrages bestimmen sich nach dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und deren vertraglichen Vereinbarungen, die regelmäßig in Form von Allgemeinen Geschäftsbedingungen geschlossen werden.

REGRESS Das Rückgriffsrecht des Versicherers an den Schädiger. In der Kfz-Haftpflichtversicherung haftet der Versicherer jedenfalls dem geschädigten Dritten gegenüber. Den an den Geschädigten geleisteten Schadenersatz kann der Versicherer jedoch vom Versicherten zurückfordern, wenn dieser z. B. unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, Fahrerflucht vorliegt oder die Prämie des Vertrages nicht bezahlt wurde.

REGULIERUNG Ist ein Begriff aus dem Schadensbereich. Die Schadensermittlung und -regulierung gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Versicherers, bei Kfz-Schäden erfolgt in der Regel die Schadensregulierung direkt mit der Werkstätte. Bei bestimmten Versicherungsverträgen, wie etwa Betriebs- und Vermögensschadenshaftpflicht, wird die Prämie jährlich nach dem tatsächlichen Jahresumsatz und/oder Bruttolohn- bzw. Bruttogehaltssummen reguliert.

REHABILITATION Rehabilitation oder Rehabilitierung bezeichnet die Bestrebung oder ihren Erfolg, einen Menschen wieder in seinen vormals existierenden körperlichen Zustand zu versetzen, beziehungsweise in seine frühere soziale oder juristische Position.

REINE VERMÖGENSSCHÄDEN Reine Vermögensschäden werden grundsätzlich nur bei vertraglicher Haftung ersetzt, da ansonsten die Gefahr der Haftungsausuferung bestünde. Bei gesetzlichen Schutzverhältnissen (Eltern, Vormund, Betreuer etc.) kommt Schadensersatz für Vermögensschäden ebenfalls in Betracht.

REISEVERSICHERUNG Für Urlaubs- oder Geschäftsreisen bietet eine Reiseversicherung umfassenden Schutz für eine Vielzahl von medizinischen und touristischen Risiken, wie etwa bei Unfall, Krankheit, Bergung, Rückholung, Beschädigung oder Verlust des Reisegepäcks bis hin zu Fahrt- oder Flugversäumnis bzw. verspäteter Ankunft sowie Kostenersatz bei Reisestorno oder -abbruch. Um im Schadensfall tatsächlich die erwartete Leistung zu erhalten, sollten Sie vor Abschluss die Reiseversicherungsbedingungen genau durchlesen – beachten Sie vor allem die Ausschlüsse und die Obliegenheiten!

RENDITE Die Rendite gibt das Verhältnis der Auszahlungen zu den Einzahlungen einer Geld- bzw. Kapitalanlage an und wird meist in Prozent und jährlich angegeben. Da sich die Rendite meist auf einen jährlichen Kapitalertrag bezieht, kann sie mit der Kennzahl Rentabilität, welche sich auf einen Unternehmenserfolg bezieht, nicht gleichgesetzt werden. Die bekannteste Renditekennzahl ist der Zinssatz. Der Begriff ist jedoch nicht scharf definiert, wodurch die Einordnung in einen bestimmten Markt kaum möglich ist. Es existieren verschiedene Arten von Renditen, wobei bei der Geld- oder Kapitalanlage immer ein mit der Rendite verbundenes Risiko beachtet werden muss.

RENTENVERSICHERUNG Die Rentenversicherung steht für verschiedene Organisationen zur Finanzierung der Altersvorsorge.

RENTENGARANTIEZEIT In der privaten Rentenversicherung kann eine Rentengarantiezeit vertraglich vereinbart werden. Der Versicherer leistet in dem festgelegten Zeitraum von z. B. fünf oder zehn Jahren auch wenn der Versicherungsnehmer vor Ablauf der Frist verstirbt. Die Hinterbliebenen erhalten dann die zustehende Rentenleistung.

RENTENWAHLRECHT Zum Ende seiner kapitalbildenden Lebensversicherung kann der Versicherungsnehmer am Vertragsende wählen, ob er die Versicherungsleistung als Einmalzahlung haben möchte oder das Endkapital in eine lebenslang zu zahlende Rentenversicherung umgewandelt werden soll.

REPRÄSENTANTENHAFTUNG Der Versicherungsnehmer haftet für seine Repräsentanten wie für sein eigenes Verhalten.

RESTSCHULDVERSICHERUNG Eine Restschuldversicherung ist eine Absicherung des Kreditnehmers bzw. von dessen Hinterbliebenen, für den Fall des Todes, der Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Sie dient auch dem Kreditgeber als zusätzliche Kreditsicherheit und wird als solche im Kreditvertrag an die Bank abgetreten. In Deutschland betrug 2009 die durchschnittliche Höhe der neuen Restschuldversicherungen 11.600 Euro. Am Neuzugang der Lebensversicherungen hatte die Restschuldversicherung 2009 einen Marktanteil, bezogen auf die Versicherungssumme, von 2,9 %.

RESTWERT Der Restwert ist in der Kostenrechnung die Differenz zwischen Anschaffungswert und bisher vorgenommenen Abschreibungen. In der Investitionsrechnung bezeichnet man den Verkaufserlös einer Anlage (gegebenenfalls abzüglich Demontageauszahlungen) als Restwert.

RETROZESSION Retrozession ist eine "Weiterrückversicherung". Zur Verkleinerung und Streuung des Risikos gibt z. B. ein Rückversicherer Teile eines Portfolios an den Retrozessionar weiter. Es kommen die gleichen Rückversicherungsformen vor. Als Retrozessionar wird der Rückversicherer bezeichnet, der Teile der Geschäfte des Retrozedenten übernimmt. Der Retrozessionar seinerseits kann gleichzeitig auch wiederum Retrozedent sein und das übernommene Portfolio an weitere Rückversicherer retrozedieren, mithin übergeben.

RETTUNGSPFLICHT Im Schadensfall hat der Versicherungsnehmer die Schadensminderungs- und Rettungspflicht und die Weisungen des Versicherers sind zu befolgen. Bei Verletzung ist der Versicherer leistungsfrei.

RICHTLINIE (EU-Richtlinie) Sind Rechtsakte der Europäischen Union und als solche Teil des sekundären Unionsrechts. Richtlinien werden je nach Thema der Richtlinie aufgrund einer der in den Verträgen vorgesehenen Verfahren erlassen. Es wird zwischen Gesetzgebungsakten, Durchführungsrichtlinien der Kommission und delegierten Richtlinien unterschieden.

RISIKO Der Begriff Risiko wird in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen unterschiedlich definiert. Allen Disziplinen gemeinsam ist jedoch die Definition des Risikos als die Beschreibung eines Ereignisses mit der Möglichkeit negativer Auswirkungen. Andere Definitionen sehen bei risikobehafteten Handlungen auch die Möglichkeit einer positiven Auswirkung, die meistens als Chance bezeichnet wird. Ursächlich ist das Risiko mit einem Wagnis verbunden.

RISIKOANALYSE Die Risikoanalyse oder Gefahrenanalyse findet in allen Lebensbereichen Anwendung und stellt damit ein wichtiges Mittel zur Bewertung bestimmter Situationen, Vorhaben oder Systeme dar.

RISIKOAUSSCHLUSS Ausschluss bestimmter Gefahren vom Versicherungsschutz mit dem Ziel, kalkulierbare Risiken zu ermöglichen und eine vernünftige Prämiengestaltung bieten zu können. Im Allgemeinen sind daher schwer einzuschätzende Risiken, wie etwa Kriegsereignisse, innere Unruhen, schwere Naturkatastrophen oder Radioaktivität ausgeschlossen. Im Besonderen gelten Risikoausschlüsse für das jeweilige Risiko, wie etwa die Ausübung gefährlicher Sportarten in der Unfallversicherung oder Wettfahrten in der Kfz-Versicherung. Individuelle Risikoausschlüsse kann der Versicherer z. B. bei Vorerkrankungen in der Krankenversicherung vereinbaren.

RISIKOPRÄMIE Die Risikoprämie, je nach Vorzeichen auch Risikoabschlag oder Risikozuschlag genannt, bezeichnet in der Finanzmathematik und Entscheidungstheorie die Differenz zwischen dem mathematischen Erwartungswert eines unsicheren Vermögens E (z. B. eines Wertpapiers) und dem individuellen Sicherheitsäquivalent dieses Vermögens, das heißt derjenigen sicheren Auszahlung CE (z. B. sofort und in bar), die dem Betreffenden subjektiv den gleichen Nutzen verspricht wie das unsichere Vermögen.

RISIKOPRÜFUNG Im Gegensatz zur Sozialversicherung, bei der eine gesetzliche Versicherungspflicht für den überwiegenden Teil der Bevölkerung besteht, basiert der Zugang zu einer privaten Lebens- und Krankenversicherung auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Der Versicherungsnehmer hat mehr oder weniger die freie Entscheidung, ob, wann und wie hoch er einen Versicherungsschutz abschließen möchte.

RISIKOZUSCHLAG In der Regel wird der Risikozuschlag für die gesamte Versicherungszeit vereinbart. Besteht allerdings die Möglichkeit, dass die den Risikozuschlag auslösenden Gründe sich im Laufe der Zeit günstig entwickeln oder gar ganz wegfallen, kann ein zeitlich befristeter Risikozuschlag vereinbart werden bzw. eine erneute Risikoprüfung nach einer bestimmten Vertragslaufzeit unternommen werden.

RISK-MANAGEMENT Heißt, Gefahrenquellen rechtzeitig erkennen, bewerten, erfassen sowie die Handlungsalternativen prüfen. Bestimmte Risiken kann man an einen Versicherer abwälzen. Risk-management bedarf aber auch der permanenten Überwachung und Sicherung.

RISIKOVERSICHERUNG (Ablebensversicherung) Ist eine Lebensversicherung, die ausschließlich der Absicherung für den Todesfall dient. Die Versicherungssumme wird bei Ableben der versicherten Person an die Begünstigten ausbezahlt. Sie ist die häufigste Form zur Absicherung von Finanzierungen. Bei Ableben des Kreditnehmers wird die Schuld getilgt und die Erben haben keine weiteren Belastungen zu tragen. Bei Abschluss kann man ein Umwandlungsrecht in eine kapitalbildende Lebensversicherung ohne neuerliche Gesundheitsprüfung vereinbaren.

RISIKOZUSATZVERSICHERUNG Ist eine zusätzliche, über die tariflich errechnete Summe einer Kapitallebensversicherung hinausgehende vereinbarte Todesfallsumme, die als Zusatztarif im Vertrag dokumentiert wird.

RISIKOZWISCHENVERSICHERUNG Bei Lebensversicherungen kann auf Antrag für die Dauer von ein bis zwei Jahren der Sparanteil der Prämie ausgesetzt werden   nur die Prämie für den verbleibenden Todesfallschutz wird bezahlt.

ROHBAUVERSICHERUNG bietet kostenlosen Versicherungsschutz für den Rohbau gegen Schäden durch Feuer und Sturm sowie Gebäude- und Grundstückshaftpflicht. Er endet mit Bezugsfertigstellung des Gebäudes.

RUHEN DES VERTRAGES Für bestimmte Dauer kann man das Ruhen eines Versicherungsvertrages beantragen – so z. B. bei Arbeitslosigkeit oder wenn die versicherte Person militärische Dienste leistet. Während dieser Zeit besteht kein Versicherungsschutz und muss keine Prämie geleistet werden.

RÜCKDATIERUNG Im Gegensatz zur sogenannten Rückwärtsversicherung, wird bei der Rückdatierung der technische vor den formellen Beginn zurückverlegt. Sie kommt in der Lebens- wie in der Krankenversicherung bzw. in der Kraftfahrtversicherung vor.

RÜCKDECKUNGSVERSICHERUNG Eine Rückdeckungsversicherung wird vom Arbeitgeber bei einem Lebensversicherungsunternehmen abgeschlossen, um eine Finanzierungshilfe für die Erfüllung von Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung zu haben.

RÜCKHOLKOSTEN Bei Ableben werden auch die Überführungskosten übernommen. Diese Kosten sind im Rahmen einer Unfall- oder Krankenversicherung mitversicherbar.

RÜCKGEWÄHR Bei Ableben des Versicherten während der Rentenzahlungsphase wird das nicht verbrauchte Kapital an die Hinterbliebenen rückgewährt.

RÜCKKAUFSWERT Der Rückkaufswert bezeichnet den Betrag, den ein Lebensversicherer bei Rückkauf der zukünftigen Ansprüche des Versicherungsnehmers aus einem Lebensversicherungsvertrag an den Versicherungsnehmer bezahlt.

RÜCKTRITT Ein befristetes Rücktrittsrecht besteht für den Versicherungsnehmer, wenn keine Versicherungsbedingungen oder Informationen über die Prämie vor Unterfertigung des Antrages oder eine Antragsdurchschrift ausgefolgt wurden. Für Konsumenten besteht ein befristetes Rücktrittsrecht, wenn der Vertrag auf Betreiben des Versicherers und außerhalb von dessen Geschäftslokal zu Stande gekommen ist. Der Versicherer kann bei Zahlungsverzug der Erstprämie vom Vertrag zurücktreten sowie bei Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht.

RÜCKVERSICHERER Eine Rückversicherung dient der Risikobewältigung eines einzelnen Versicherungsunternehmens. Aufgabe ist vorwiegend, das Ausfallrisiko durch Großschäden (Versichertenschutzgedanke) sowie Schadenslasten der Erstversicherer zu minimieren.

RÜCKWÄRTSDECKUNG Bei bestimmten Risiken wie etwa Vermögensschadenhaftpflicht- oder Rechtsschutzversicherungen kann man vereinbaren, dass Deckung gewährt wird für Versicherungsfälle, die bereits vor Vertragsabschluss verursacht wurden. Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind jedenfalls bereits bekannt gewordene Schadensfälle.

S

SACHVERSICHERUNG Die Sachversicherung deckt hauptsächlich die Schadensarten Beschädigung, Zerstörung und Einbruchdiebstahl ab. Alle Sachversicherungen haben gemeinsam, dass Personenschäden nicht abgesichert sind.

SACHVERSTÄNDIGENVERFAHREN Der Versicherungsnehmer kann nach Eintritt des Versicherungsfalles durch einseitige Erklärung gegenüber dem Versicherer verlangen, dass die Höhe des Schadens durch Sachverständige festgestellt wird. Ein solches Sachverständigenverfahren können Versicherer und Versicherungsnehmer auch vereinbaren. Das Sachverständigenverfahren kann durch Vereinbarung auf weitere Feststellungen zum Versicherungsfall ausgedehnt werden.

SCHADENFALLKÜNDIGUNG Nach Eintritt eines Schadensfalles in der Feuer-, Hagel- und Haftpflichtversicherung kann sowohl der Versicherer, als auch der Versicherungsnehmer den Vertrag unter Beachtung bestimmter Fristen kündigen.

SCHADENFREIHEITSRABATT Der Schadenfreiheitsrabatt ist ursprünglich ein Begriff aus der Kfz-Versicherung. Mittlerweile gibt es jedoch vereinzelt bei anderen Versicherungen, z. B. Krankenvoll- und -zusatzversicherungen oder Haftpflichtversicherungen, ebenfalls einen SF-Rabatt.

SCHADENSMELDUNG Bei Eintritt eines Schadensfalles muss unverzüglich eine Schadensmeldung an den Versicherer erfolgen. Sie sollte die wichtigsten Informationen über den Hergang, die Ursache und das Ausmaß enthalten. Dabei sind unbedingt die Weisungen des Versicherers zu befolgen. Bei Haftpflichtschäden sollte man dem geschädigten Dritten gegenüber kein Schuldbekenntnis abgeben, sondern die Prüfung dem Versicherer überlassen. Bei Personenschaden, Feuer, Einbruchdiebstahl und Beraubung oder Parkschaden, Wildschaden, Fahrerflucht und Vandalismus am Kfz, sollte sofort die Polizei verständigt werden.

SCHADENMINDERUNGSPFLICHT Die Schadenminderungspflicht bezeichnet im Schadenersatzrecht die Pflicht des Geschädigten, den Schaden abzuwenden, zu mindern oder den Schädiger auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen. Auch wenn ein Geschädigter von einem Schädiger dem Grunde nach Ersatz für die erlittenen Einbußen an seinen Rechtsgütern oder seinem Vermögen verlangen kann, trifft ihn gleichwohl die "Pflicht gegen sich selbst, den Schaden und die Schadensfolgen gering zu halten. Eine "Pflicht gegen sich selbst" ist die Schadenminderungsobliegenheit deswegen, weil der Schädiger umgekehrt kein Recht hat, vom Geschädigten die Geringhaltung des Schadens zu verlangen. Der Geschädigte kann sich verhalten, wie es ihm gefällt. Bei einem Verstoß gegen die Schadenminderungspflicht kann sich jedoch sein Ersatzanspruch kürzen.

SCHADENQUOTE Die Schadenquote in der privaten Krankenversicherung zeigt auf, in welcher Höhe Beitragseinnahmen umgehend wieder in Leistungen oder Schadenszahlungen und Alterungsrückstellung einfließen.

SCHADENRÜCKSTELLUNG Ist eine versicherungstechnische Rückstellung. Sie wird von Versicherungsunternehmen für bis zum Bilanzstichtag bereits eingetretene und bis dahin bekannte oder unbekannte, aber noch nicht oder nicht vollständig regulierte Schäden gebildet.

SCHLÜSSELPERSONENVERSICHERUNG (Keyman-Versicherung) Ist eine Ablebensversicherung oder Unfallvorsorge, die ein Unternehmen für verantwortlich leitende Personen abschließt, um bei Invalidität oder Ableben den finanziellen Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

SCHLUSSGEWINN bedeutet, dass Teile der Gewinnbeteiligung bei Lebensversicherungen nicht laufend, sondern erst am Ende der Laufzeit dem Vertrag gutgeschrieben werden.

SCHMERZENSGELD Das Schmerzensgeld ist ein Anspruch auf Schadensersatz als Ausgleich für immaterielle Schäden, d. h. Schäden nicht vermögensrechtlicher Art, nach deutschem Recht zusätzlich mit einer Sühnefunktion. Neben Körperschäden sollen alle Unannehmlichkeiten, seelischen Belastungen und sonstigen Unwohlgefühle wiedergutgemacht werden, die mit einer erlittenen Verletzung am Körper einhergehen.

SCHWEIGEPFLICHT-ENTBINDUNGSKLAUSEL Die Schweigepflicht-Entbindungsklausel ist Teil des Versicherungsantrags. Sie enthält die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht, damit der Versicherer den Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers, eventuelle Vorerkrankungen bzw. die Todesursache des Versicherungsnehmers im Leistungsfall prüfen kann.

SCHWERE ERKRANKUNG (Dread Disease) Die Versicherungsleistung wird bereits bei ausgewählten Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Multiple Sklerose, Alzheimer oder Parkinsonscher Krankheit erbracht.

SEKUNDÄRMARKTRENDITE Die durchschnittliche Sekundärmarktrendite ist ein gewichteter Durchschnitt der Renditen. Kriterien für die Zugrundelegung der Emissionen lauten wie folgt: Notierung im Amtlichen Handel, fixe Verzinsung, Restlaufzeit über ein Jahr. Ausgenommen sind Pfand- und Kommunalbriefe, Kassenobligationen, Bankschuldverschreibungen von Sonderkreditinstituten, Bundesschatzscheine, Wandelanleihen, Optionsanleihen mit Optionsschein, indexierte Emissionen oder Emissionen mit sonstigen zusätzlichen Rechten, Privatplatzierungen, Wachstumsbriefe sowie Emissionen mit über die Laufzeit unterschiedlichem Zinssatz.

SELBSTBEHALT Bedeutet, dass der Versicherungsnehmer einen Teil des Schadens selbst zu tragen hat. Liegt die Schadenhöhe unter dem Selbstbehalt, so erbringt der Versicherer keine Leistung. Durch die Vereinbarung von Selbstbehalten kann man eine Prämienreduktion erreichen. Bei Kasko- und bestimmten Haftpflichtversicherungen werden grundsätzlich Selbstbehalte im Schadensfall vorgeschrieben.

SELBSTMORD Bei der versicherten Person wird in der Lebensversicherung nicht die Versicherungssumme, sondern lediglich das Deckungskapital ausbezahlt. Viele Versicherer leisten die volle Versicherungssumme bei Selbstmord, wenn der Abschluss der Versicherung zumindest drei Jahre zurückliegt oder aber bei Vereinbarung der sogenannten Unanfechtbarkeitsklausel ohne Wartezeit.

SENGSCHADEN Entsteht durch Hitzeeinwirkung ohne Flammenbildung und ist in der Feuerversicherung nicht gedeckt.

SICHERHEITSVORSCHRIFTEN Sind in den vertraglichen Bedingungen geregelt, wie z. B. dass die Versicherungsräumlichkeiten bei Verlassen stets versperrt werden müssen und vereinbarte Sicherungen anzuwenden sind. Bei länger als 72 Stunden unbewohnten Objekten sind die wasserführenden Leitungen abgesperrt zu halten. Jedenfalls ist jegliche Änderung oder Entfernung von vereinbarten Sicherungen meldepflichtig!

SKADENZ (Hauptfälligkeit) Das Datum der Fälligkeit der Prämienzahlung für die vereinbarte Versicherungsperiode.

SOFORTRENTE Mit einer einmaligen Kapitalzahlung in eine Lebensversicherung kann man eine sofort beginnende lebenslange oder zeitlich begrenzte Rentenzahlung vereinbaren.

SOLVABILITÄT Die Eigenmittelausstattung eines Versicherungsunternehmens.

SOLVENCY II Eigenkapital-Richtlinie (seit Januar 2016 in Kraft), die Eigenkapitalausstattung und Risikomanagement von Versicherungsgesellschaften im Bereich Lebensversicherung streng überwacht. Darüber hinaus soll sie für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit am Markt sorgen.

SONDERAUSGABEN Sonderausgaben im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind Aufwendungen, die weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind und auch nicht wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten behandelt werden. Sonderausgaben werden vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen, sofern sie den Sonderausgaben-Pauschbetrag überschreiten.

SONDERMÜLL Ist gefährlich und bedarf einer speziellen Entsorgung. Besonders nach einem Brandschaden verursacht die Beseitigung von Sondermüll und kontaminiertem Brandschutt oft hohe Kosten. Diese Mehrkosten sollte man daher bei Abschluss einer Feuerversicherung zusätzlich mitversichern.

SPARPRÄMIE Die Prämie von Lebensversicherungen besteht aus einem Spar- und Risikoteil. Die Sparprämie wird verzinslich angesammelt und bildet am Ende der Laufzeit die Erlebenssumme.

SPERRSCHEIN Damit wird ein Versicherungsvertrag zugunsten eines Dritten gesperrt. Dies geschieht meist im Zuge von Finanzierungen und betrifft meist die Feuerversicherung für das zu finanzierende Objekt oder Lebensversicherungen als Absicherung für den Todesfall des Kreditnehmers.

SPITALGELD Kann man als Deckung zu einer privaten Unfall- und Krankenversicherung beantragen. Für jeden Tag eines medizinisch notwendigen stationären Spitalsaufenthaltes erhält man einen fix vereinbarten Tagessatz.

SPITALSKOSTENVERSICHERUNG Die Spitalkostenversicherung ist die Form der privaten Krankenversicherung, die am weitesten verbreitet ist. Diese deckt hierbei die Kosten ab, die für die Diagnose und die jeweilige Therapie (Aufenthalt im Spital, Kosten für Pflege und ärztliche Behandlung) erforderlich ist.

SPRINKLER-LECKAGEVERSICHERUNG Sprinkler sind selbsttätige Feuerlöschanlagen. Bei Gebäuden oder Betrieben, die mit einer solchen Sprinkleranlage ausgestattet sind, empfiehlt sich der Abschluss einer entsprechenden Versicherung. Gedeckt sind Schäden durch bestimmungswidriges Austreten von Wasser oder auf Wasser basierenden Flüssigkeiten aus solchen Anlagen.

STAATLICH GEFÖRDERTE ZUKUNFTSVORSORGE (Pensionszusatzversicherung) Zu den einbezahlten Prämien wird eine staatliche Prämie zwischen 8,5 % und 13,5 % gewährt. Darüber hinaus ist diese Art der Vorsorge von der Versicherungssteuer befreit. Bei Pensionsantritt erhält die versicherte Person eine garantierte lebenslange, einkommenssteuerfreie Pension. Veranlagt werden die Beiträge zu mindestens 30 % in vorwiegend heimischen Aktien oder in einem anderen Deckungsstock – wobei bei Auszahlung der Pensionsleistung jedenfalls eine Kapitalgarantie gewährt wird. Diese reduziert sich auf bis zu 15 %, je näher der Versicherte sich seinem Pensionsantritt nähert. Ab dem vollendeten 45. Lebensjahr auf 25 % und ab dem 55. Lebensjahr auf 15 %. Alle Personen, die in Österreich unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig sind und keine gesetzliche Alterspension beziehen, können diese begünstigte Vorsorge abschließen.

STERBEGELDVERSICHERUNG Unter einer Sterbegeldversicherung versteht man eine meist lebenslängliche Kapitallebensversicherung auf den Todesfall mit einer relativ niedrigen Versicherungssumme. Sie soll vor allem die Beerdigungskosten und andere direkt mit dem Tod verbundene Aufwendungen abdecken, um die Hinterbliebenen nicht mit diesen Kosten zu belasten, aber insbesondere auch um eine angemessene Beerdigung sicherzustellen, wenn keine Hinterbliebenen vorhanden sind. Diese Versicherung wurde besonders nach dem Wegfall des Sterbegeldes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) im Jahr 2004 beworben, das zuletzt aber ohnehin bereits auf 500 Euro begrenzt war. Solche Lebensversicherungen wurden früher wegen der kleinen Versicherungssummen auch als Klein-Lebensversicherungen bezeichnet. Typische Anbieter von Sterbegeldversicherungen sind sogenannte Sterbekassen. Hierbei handelt es sich um kleinere Versicherungsunternehmen, die häufig in der Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG) organisiert sind und diese Form der Versicherung im Unterschied zu großen Versicherungsunternehmen schon seit vielen Jahrzehnten anbieten.

STERBETAFELN Die Sterbetafel ist eine Ausscheideordnung, die darstellt, wie sich ein fiktives Kollektiv von Personen aus einer bestimmten Personengruppe durch Tod erwartungsgemäß verringert.

STEUERLICHE ABSETZBARKEIT Prämien für private Unfall-, Kranken- und Lebensversicherungen können im Rahmen der Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

STICHTAGSVERSICHERUNG Die Stichtagsversicherung ist eine Klausel zur Deckung stark schwankender Vorratsbestände. Ziel ist die Vermeidung der Unterversicherung, aber auch überhöhter Beitragsausgaben.

STILLLEGUNG Unter Stilllegung versteht man die temporäre oder dauerhafte Außerbetriebnahme von Betrieben, technischen Anlagen, Einrichtungen, Objekten, Fahrzeugen und Ackerflächen. Dieser Begriff findet heutzutage vor allem in der klassischen Industrie, dem Bergbau und dem Verkehrs- und Nachrichtenwesen sowie der Agrarpolitik breite Anwendung und wird stark begünstigt durch die Einführung neuer, innovativer Technologien. Es gibt aber auch viele andere wirtschaftliche Gründe für die Stilllegung eines Betriebes.

STORNO Eine vorzeitige Stornierung von Lebensversicherungen ist meist mit Nachteilen verbunden, in der Sachversicherung kann es zur Nachverrechnung von gewährten Dauerrabatten kommen.

STUNDUNG Ist die Vereinbarung zwischen Gläubiger und Schuldner, die Fälligkeit einer Forderung über den Zeitpunkt hinauszuschieben, der sich ansonsten aus Vereinbarung oder Gesetz ergeben würde.

STURMVERSICHERUNG (Elementarschadenversicherung) Versichert ist die Beschädigung, Zerstörung oder das Abhandenkommen der versicherten Sachen durch Sturm, Hagel, Schneedruck, Felssturz, Steinschlag und Erdrutsch sowie die unvermeidliche Folge aus einem solchen Ereignis, wie etwa Eindringen von Niederschlagswasser.

SVS/RVS (Speditions-Versicherungs-Schein/Rollfuhr-Versicherungs-Schein) Spediteure sind im Rahmen der Allgemeinen Österreichischen Spediteur Bedingungen verpflichtet, für Schäden, die dem Auftraggeber durch die Tätigkeit des Spediteurs erwachsen können, eine Versicherung abzuschließen, deren Kosten der Auftraggeber zu tragen hat.

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TÄTIGKEITSSCHADEN Ein Tätigkeitsschaden bzw. Bearbeitungsschaden ist ein Schaden, der durch eine beruflich oder gewerblich bedingte Handlung verursacht worden ist. Beispielsweise liegt ein Tätigkeitsschaden vor, wenn ein Pizzalieferant beim Kunden Sachen verschiebt, um auf der Abstellfläche Platz zum Hinstellen der Pizzakartons zu schaffen, und die Sachen dabei beschädigt werden.

TAGGELDVERSICHERUNG Krankenhaustagegeld dient der finanziellen Absicherung erhöhter Belastungen während eines Krankenhausaufenthaltes, wie z. B. Selbstbehaltsbeträge, Verdienstentgang, Kinderbetreuung, Versorgung von Haustieren, mittels Auszahlung eines vereinbarten Betrages pro Tag des Spitalsaufenthaltes. Krankentaggeld leistet bei Krankheit oder Unfall pro Tag eine im Vertrag vereinbarte Entschädigung für den Verdienstausfall von Selbstständigen oder Freiberuflern.

TARIF Ist die "Preisliste" der Versicherer. Im Tarif sind die Annahmerichtlinien und Prämien für ein durchschnittliches Risiko festgesetzt.

TAXE Wenn ein Ersatzwert im Voraus festgesetzt wird, spricht man von Taxe. Diese wird meist in der Boots- und Yachtkaskoversicherung und bei der Versicherung von Kunst- und Sammlerobjekten verwendet. Als Versicherungswert kann ein bestimmter Betrag (feste Taxe) vereinbart werden. Damit wird der Einwand einer Unterversicherung ausgeschlossen und im Totalschaden der vereinbarte und dokumentierte Wert geleistet (außer die Taxe ist erheblich höher, als der tatsächliche Versicherungswert).

TECHNISCHER BEGINN Der Tag, welcher im Versicherungsantrag als Versicherungsbeginn eingetragen ist. An diesem Tag beginnt der prämienbelastende Zeitraum. Ab diesem Termin laufen die Wartezeiten und die Beiträge werden fällig. In der privaten Krankenversicherung liegt der technische Beginn in der Regel am ersten Kalendertag eines Monats um 00:00 Uhr.

TEILAUSZAHLUNG Eine Lebensversicherung kann auch mit Teilauszahlungsvereinbarungen abgeschlossen werden. Zu fixen Terminen oder in bestimmten flexiblen Zeiten werden Teile der Gesamtleistung ausbezahlt.

TEILENTSCHÄDIGUNG In der Sachversicherung wird bei gänzlicher Zerstörung bzw. Abhandenkommen der versicherten Sache, solange die Wiederbeschaffung oder Wiederherstellung nicht sicher gestellt ist, vorerst eine Teilentschädigung geleistet. Sobald der Nachweis über die Wiederherstellung bzw. Wiederbeschaffung erbracht ist, wird die Differenz zum Neuwert geleistet.

TEILHABERVERSICHERUNG Ablebensversicherung, die zur finanziellen Absicherung von Personengesellschaften bei Ableben eines Teilhabers dient.

TEILKASKO (Elementarkasko) Durch eine Teilkaskoversicherung ist man in folgenden Fällen versichert: Sturm, Hagel, Schneedruck, Felssturz, Steinschlag, Erdrutsch, Hochwasser, Überschwemmungen, Lawinen, Brand, Blitzschlag, Explosion sowie Diebstahl, Raub oder unbefugter Gebrauch durch betriebsfremde Personen und Berührung mit Haarwild auf öffentlichen Straßen. Nur aufgrund besonderer Vereinbarung sind Glasbruch, Kleingläser, Kollision mit Tieren aller Art, Schäden durch Tierbiss (Marderschäden), Schäden durch Kollision mit unbekannten Fahrzeugen (Parkschäden) und mut- oder böswillige Handlungen betriebsfremder Personen (Vandalismus) mitversichert.

TEILSCHADEN Die teilweise Beschädigung oder Zerstörung der versicherten Sache. Reparaturkosten und eine allfällige Wertminderung werden übernommen, höchstens jedoch der Versicherungswert unmittelbar vor Eintritt des Schadens.

TEILUNGSABKOMMEN Eine Vereinbarung zwischen privaten Versicherungsunternehmen oder zwischen solchen Unternehmen und Trägern der Sozialversicherung, die im Schadensfall eine vereinfachte Abwicklung der gegenseitigen Ansprüche ermöglichen soll. Die Versicherung, gegen deren Mitglied Ersatzansprüche geltend gemacht werden, verzichtet danach auf die Prüfung der Haftungsfrage und erstattet den geltend gemachten Betrag oder eine zuvor festgesetzte Quote davon. Auf diese Weise kann eine umfangreiche und aufwendige Prüfung der Verschuldensfrage vermieden werden. Voraussetzung der Erstattung ist jedoch, dass ein ursächlicher Beitrag der haftpflichtversicherten Person (des "Schädigers") zum Schadensereignis gegeben ist.

TERME FIX-VERSICHERUNG Die Term-Fix-Versicherung (auch "Versicherung zu festem Termin") ist eine Form der kapitalbildenden Lebensversicherung, bei der die versicherte Leistung erst bei Ablauf des Vertrages erbracht wird, und zwar unabhängig davon, ob die versicherte Person zu dem Zeitpunkt noch lebt. Stirbt die versicherte Person vorher, übernimmt der Versicherer die Beitragszahlung. Der Auszahlungszeitpunkt steht im Vorfeld fest ("term-fix").

TIERHALTER-HAFTPFLICHT Die Tierhalterhaftpflichtversicherung schützt den Tierhalter im Rahmen der vereinbarten Deckungssummen vor Schadensersatzansprüchen Dritter gegen ihn, die aufgrund seiner Tierhaltung entstehen können. Für Katzen und Kleintiere ist eine diesbezügliche Haftpflicht nicht erforderlich. Sie sind in der Privathaftpflicht mitversichert.

TODESFALL-VERSICHERUNG (Risikoversicherung) Eine Absicherung bei Tod der versicherten Person. Wenn die versicherte Person während der Vertragslaufzeit stirbt, so wird die vereinbarte Leistung fällig. Reine Todesfallversicherungen enthalten keinen Sparanteil, somit kann kein Kapital angespart werden. Diese Art der Versicherung dient der Absicherung von Hinterbliebenen oder von Finanzierungen.

TOTALSCHADEN Man spricht von Totalschaden, wenn die Reparaturkosten (zuzüglich Restwerte) den Wiederbeschaffungswert der versicherten Sache übersteigen. Bei Wiederbeschaffung der versicherten Sache wird der Neuwert ersetzt, in der Kfz-Versicherung und Haftpflichtversicherung stets lediglich der Zeitwert.

TRANSPORTVERSICHERUNG Mit der Transportversicherung wird der Versicherungsschutz für Transportgüter (Güterversicherung) und Transportmittel (Kaskoversicherung) hinsichtlich der Gefahren auf den Transportwegen angeboten. Je nach Art der Interessenlage der am Transport Beteiligten, der Art der Transportgüter und Transportmittel, der allgemeinen oder speziellen Transportgefahren sowie sonstigen Risiken und analog der unterschiedlichen Haftungsgrundlagen und -einschränkungen der Verkehrsträger, werden adäquate Versicherungen erforderlich. Der Versicherungsmarkt hält ein breites Angebot bereit, was kaum ein Transportrisiko unversicherbar erscheinen lässt (Kostenfrage). Die klassische Transportversicherung unterscheidet "Schutzkriterien" wie Transportweg, versichertes Interesse und Versicherungsdauer.

U

ÜBERBRÜCKUNGSKLAUSEL Dient zur Überbrückung finanzieller Engpässen wie z. B. bei Arbeitslosigkeit (Lebensversicherungen). Bei Vereinbarung dieser Klausel bleibt trotz verminderter Prämienzahlung der Versicherungsschutz über einen bestimmten Zeitraum aufrecht.

ÜBERSCHUSSBETEILIGUNG Eine meist in langfristigen Personenversicherungsverträgen, wie Lebens- und Krankenversicherungen, vereinbarte Beteiligung der Versicherungsnehmer an Überschüssen aus dem Versicherungsgeschäft des Versicherers. Sie ist konstruktionsbedingt entstanden und daher auch nur aufgrund der besonderen Verhältnisse in solchen Verträgen zu erläutern. Die erwirtschafteten Überschüsse aus dem Geschäft gehören nicht, wie sonst überall in der Wirtschaft, dem Wirtschaftsunternehmen, sondern sind zu einem bestimmten Teil den Kunden weiterzureichen. Da die Überschüsse von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig sind, sind Angaben über zukünftige Gewinnbeteiligungen stets unverbindlich.

ÜBERSCHWEMMUNG Für Schäden an Gebäuden und deren Inventar durch Überschwemmung, Hochwasser, Witterungsniederschläge und Kanalrückstau (Naturkatastrophen) werden von den Versicherungen verschiedene Deckungsvarianten angeboten. Jedoch gibt es bestimmte Höchstentschädigungsgrenzen. Bei hochwassergefährdeten Risiken ist es ratsam, eine Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsberater in Anspruch zu nehmen.

ÜBERSPANNUNGSSCHÄDEN Ein Überspannungsschaden entsteht durch einen Blitzeinschlag in die Strom-, Telefon-, oder Antennenleitung. Dadurch können die angeschlossen Geräte beschädigt, oder ganz zerstört werden. Eine solche Schadensart ist in der Hausratversicherung grundsätzlich nicht eingeschlossen, kann aber gegen Mehrbeitrag versichert werden.

ÜBERVERSICHERUNG Bezeichnet, dass die Versicherungssumme höher ist als der tatsächliche Wert der versicherten Sachen. Aufgrund des Bereicherungsverbotes in der Sachversicherung muss der Versicherer im Schadensfall nur den tatsächlichen Wert ersetzen.

UMTAUSCHRECHT Bei Ablebensversicherungen kann man vereinbaren, dass diese in eine Kapitalversicherung ohne neuerliche Gesundheitsprüfung umgewandelt werden können.

UMWELTHAFTUNG Umweltstörung ist die Beeinträchtigung der Beschaffenheit von Luft, Erdreich und Gewässern durch Immissionen. Im Rahmen der Haftpflichtversicherung kann man Schadenersatzverpflichtungen für Sachschäden aus Umweltstörungen, einschließlich des Schadens an Erdreich und Gewässern versichern, sofern solche Schäden durch einen plötzlichen, unvorhersehbaren Vorfall ausgelöst werden.

UNANFECHTBARKEITSKLAUSEL Klausel in Lebensversicherungspolizzen bei Verpfändung oder Zession der Lebensversicherung an eine Bank. Die Unanfechtbarkeitsklausel schließt die Leistungsfreiheit des Versicherers bei Selbstmord und Verletzung der Anzeigepflichten gegenüber der Bank aus.

UNFALL Ein Unfall ist ein unerwünschtes, von außen auf einen und/oder mehrere Menschen oder Dinge rasch einwirkendes Ereignis, das ohne eine Absicht bewirkt wurde. Aus einem Unfall folgt die Schädigung der Gesundheit und/oder eines Sachwertes.

UNFALLINVALIDITÄT Wenn die versicherte Person durch einen Unfall dauerhaft in ihrer körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit beeinträchtigt ist, spricht man von Unfallinvalidität. Eine unverzügliche Meldefrist nach einem Unfall muss beachtet werden  – die Invalidität muss innerhalb eines Jahres nach dem Unfall festgestellt und bei der Unfallversicherung geltend gemacht werden. Die Versicherungsleistung wird nach dem Grad der Invalidität und der vereinbarten Unfallkosten bezahlt.

UNFALLKOSTEN Zu den Unfallkosten zählt man: Heilkosten, Kosten für kosmetische Operationen, Bergungskosten, Rückholkosten, Kosten der Überführung und Kosten für Begleitpersonen.

UNFALLVERSICHERUNG Die gesetzliche Unfallversicherung bietet nur bei Folgen von Arbeitsunfällen eine finanzielle Unterstützung. Diese reicht oftmals nicht aus. Eine private Absicherung ist preiswert und sollte daher für jeden selbstverständlich sein. Sie bietet Schutz vor den finanziellen Folgen eines Unfalls weltweit und rund um die Uhr (für Beruf, Freizeit, Verkehr, Haushalt, Sport). Die Unfallversicherung bietet Versicherungsschutz gegen die Folgen von Unfällen, z. B. Invalidität, Tod und Krankenhausaufenthalt. Die finanziellen Auswirkungen dieser Unfallfolgen werden durch die Leistungen des Unfallversicherers gemildert. Auch bietet eine Unfallversicherung steuerliche Vorteile: Die Prämien für eine Unfallversicherung können im Rahmen der Höchstbeträge (Sonderausgaben) von den steuerpflichtigen Einkünften abgezogen werden. Kapitalleistungen aus der Unfallversicherung unterliegen nicht der Einkommenssteuer.

UNFALLZUSATZVERSICHERUNG Eine Unfall-Zusatzversicherung kann den Versicherungsschutz ergänzen, allerdings nur in Verbindung mit einer Kapital-Rentenversicherung oder Lebensversicherung, die hierbei als Hauptversicherung bezeichnet wird. Durch die Unfall-Zusatzversicherung erhöht sich bei Unfalltod die vereinbarte Versicherungssumme.

UNVERFALLBARKEIT Kann eine Anwartschaft auf betriebliche Altersversorgung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr (vollständig) verfallen, spricht man von Unverfallbarkeit. Die Unverfallbarkeit unterstreicht den Entgelt-Charakter der betrieblichen Altersversorgung: Da die betriebliche Altersversorgung Teil der Vergütung für die geleistete Arbeit ist, muss sie bei Erfüllung bestimmter Bedingungen zumindest teilweise aufrechterhalten werden.

UNVERSICHERBARE PERSONEN Darunter fallen z. B. Personen, die dauernd vollständig arbeitsunfähig oder von schweren Nervenleiden befallen sind, sowie Geisteskranke. Sie sind trotz Prämienzahlung nicht versichert. In der Lebensversicherung sind im Grunde fast alle Personen versicherbar – die wenigen Ausnahmen sind meist durch schwere Krankheit oder Höchstalter begründet. Einschränkungen können durch besondere Gefahren im Beruf oder sportliche Betätigung bedingt sein.

UNTERJÄHRIGKEITSZUSCHLAG Neben einer jährlichen Zahlungsweise der Versicherungsprämie, kann auch die halbjährliche, vierteljährliche oder monatliche Zahlungsweise vereinbart werden. Allerdings wird für diese Zahlungsweisen ein Unterjährigkeitszuschlag erhoben, um so u. a. die erhöhten Kosten für die Verwaltung abzudecken. Hinweis: Eine monatliche Zahlung von Kfz-Versicherungen ist nicht zu empfehlen, da die darin enthaltene motorbezogene Steuer um zehn Prozent höher ist, als bei jährlicher Zahlung.

UNTERVERSICHERUNG Ist die Versicherungssumme kleiner als der Versicherungswert, so spricht man von einer Unterversicherung. Die Unterversicherung hat zur Folge, dass im Schadensfall die Entschädigung der Versicherung nur anteilig berechnet wird. Die Formel für die Entschädigung lautet: Entschädigungsleistung = Schaden x Versicherungssumme / Versicherungswert. Um Probleme im Schadensfall zu verhindern, sollte man unbedingt stets den korrekten Wert versichern.

UNTERVERSICHERUNGSVERZICHT Bedeutet, dass der Versicherer im Schadensfall auf eine Leistungsverkürzung wegen zu geringer Versicherungssumme verzichtet. Dies wird hauptsächlich bei Eigenheim- und Haushaltsversicherungen getroffen, sofern die Versicherungssummen nach der Wohnnutzfläche bzw. der bebauten Fläche des Eigenheimes unter Berücksichtigung der Geschosse und der Ausstattung ermittelt wird.

UNWIDERRUFLICHES BEZUGSRECHT Ein vom Versicherungsnehmer eingeräumtes unwiderrufliches Recht auf die Versicherungsleistung. Dabei erhält der unwiderruflich Begünstigte ein sofort wirksames Recht, das allerdings erst mit dem Eintritt des Versicherungsfalles realisiert werden kann. Durch die Gestaltungsrechte am Vertrag hat der Versicherungsnehmer weiterhin die Möglichkeit, die Laufzeit zu ändern oder den Vertrag zu kündigen. Eine Abtretung, Verpfändung oder Änderung des Bezugsrecht ist jedoch nur mit der Zustimmung des Bezugsberechtigten möglich.

ÜBERBRÜCKUNGSKLAUSEL Bei Vereinbarung dieser Klausel bleibt trotz verminderter Prämienzahlung der Versicherungsschutz über einen bestimmten Zeitraum aufrecht.

ÜBERSCHUSSBETEILIGUNG Eine Überschussbeteiligung ist eine meist in langfristigen Personenversicherungsverträgen wie Lebens- und Krankenversicherungen vereinbarte Beteiligung der Versicherungsnehmer an Überschüssen aus dem Versicherungsgeschäft des Versicherers. Sie ist konstruktionsbedingt entstanden und daher auch nur aufgrund der besonderen Verhältnisse in solchen Verträgen zu erläutern. Die erwirtschafteten Überschüsse aus dem Geschäft gehören nicht, wie sonst überall in der Wirtschaft, dem Wirtschaftsunternehmen, sondern sind zu einem bestimmten Teil den Kunden weiterzureichen.

ÜBERSCHWEMMUNG Schäden an Gebäuden und deren Inventar durch Überschwemmung, Hochwasser, Witterungsniederschläge und Kanalrückstau werden von den Versicherungen in verschiedenen Deckungsvarianten angeboten.

ÜBERSPANNUNGSSCHÄDEN treten meist durch die Einwirkung eines Blitzschlages auf und verursachen Schäden an elektrischen und elektronischen Geräten. Solche Schäden können mit einer Elektronik- oder Elektrogeräteversicherung abgedeckt werden.

ÜBERVERSICHERUNG Bedeutet, dass die Versicherungssumme höher ist als der tatsächliche Wert der versicherten Sachen.

UMTAUSCHRECHT Bei Ablebensversicherungen kann man vereinbaren, dass diese in eine Kapitalversicherung ohne neuerliche Gesundheitsprüfung umgewandelt werden können.

UMWELTHAFTUNG Umweltstörung ist die Beeinträchtigung der Beschaffenheit von Luft, Erdreich und Gewässern durch Immissionen. Im Rahmen der Haftpflichtversicherung kann man Schadenersatzverpflichtungen für Sachschäden aus Umweltstörungen, einschließlich des Schadens an Erdreich und Gewässern versichern, sofern solche Schäden durch einen plötzlichen, unvorhersehbaren Vorfall ausgelöst werden.

UNANFECHTBARKEITSKLAUSEL Wird in der Lebensversicherung angewendet und bedeutet, dass die Leistungspflicht des Versicherers auch bei Selbstmord und bei Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflichten bestehen bleibt.

UNFALL Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.

UNFALLINVALIDITÄT Die versicherte Person ist durch einen Unfall dauerhaft in ihrer körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Zu beachten gilt die unverzügliche Meldefrist nach einem Unfall die Invalidität muss dann innerhalb eines Jahres nach dem Unfall festgestellt und bei der Unfallversicherung geltend gemacht werden.

UNFALLKOSTEN Unfallkosten entstehen durch Personen- und Sachschäden bei einem Verkehrsunfall und zählen auf dem Gebiet der örtlichen Unfalluntersuchung zu den Unfallkennziffern, da mit deren Hilfe eine Bewertung des Unfallgeschehens auf Streckenabschnitten und Knotenpunkten durchgeführt werden kann. Unfallkosten messen die volkswirtschaftlichen Verluste, fassen Anzahl und Schwere der Unfälle zusammen und ermöglichen Vergleiche der Verkehrssicherheit zu einem Preisstand. Die Unfallkostendichte projiziert die durchschnittlichen volkswirtschaftlichen Kosten auf einzelne Straßenbereiche.

UNFALLVERSICHERUNG Die gesetzliche Unfallversicherung bietet nur bei Folgen von Arbeitsunfällen eine finanzielle Unterstützung   diese reicht jedoch oftmals nicht aus. Eine private Absicherung ist preiswert und sollte daher selbstverständlich sein. Sie bietet Schutz vor den finanziellen Folgen eines Unfalls weltweit und rund um die Uhr. Folgende Leistungen können versichert werden: Finanzielle Absicherung des Lebensstandards bei dauernder Invalidität, Unfalltod, Spitalgeld oder Taggeld nach einem Unfall sowie Unfallkosten. Die Mitversicherung entgeltlicher Sportausübung bzw. gefährlicher Sportarten wird von manchen Versicherern gegen Mehrprämien angeboten.

UNFALLZUSATZVERSICHERUNG Eine Unfall-Zusatzversicherung kann den Versicherungsschutz ergänzen, allerdings nur in Verbindung mit einer Kapital-Rentenversicherung oder Lebensversicherung, die hierbei als Hauptversicherung bezeichnet wird. Durch die Unfall-Zusatzversicherung erhöht sich bei Unfalltod die vereinbarte Versicherungssumme.

UNVERFALLBARKEIT Kann eine Anwartschaft auf betriebliche Altersversorgung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr verfallen, spricht man von Unverfallbarkeit. Die Unverfallbarkeit unterstreicht den Entgelt-Charakter der betrieblichen Altersversorgung: Da die betriebliche Altersversorgung Teil der Vergütung für die geleistete Arbeit ist, muss sie bei Erfüllung bestimmter Bedingungen zumindest teilweise aufrechterhalten werden.

UNVERSICHERBARE PERSONEN Personen, die dauernd vollständig arbeitsunfähig oder von schweren Nervenleiden befallen sind sowie Geisteskranke sind unversicherbar und trotz Prämienzahlung nicht versichert.

UNTERJÄHRIGKEITSZUSCHLAG Ein Zuschlag, den der Versicherungsnehmer zu entrichten hat, wenn die Versicherungsdauer von einem Versicherungsvertrag weniger als ein Jahr beträgt. Solche Verträge werden in der Regel über spezielle Tarife abgerechnet und bedürfen keiner schriftlichen Kündigung vom Versicherungsnehmer, da diese automatisch durch den vereinbarten Ablauf beendet werden.

UNTERVERSICHERUNG Wenn die Versicherungssumme geringer ist als der tatsächliche Wert der versicherten Sache. Im Schadensfall wird daher die Leistung entsprechend gekürzt. Formel: Entschädigungsleistung = Schaden x Versicherungssumme des tatsächlichen Werts. Um Probleme im Schadensfall zu verhindern, unbedingt stets den korrekten Wert versichern.

UNTERVERSICHERUNGSVERZICHT Bei bestimmten Versicherungsarten können Versicherer einen Unterversicherungsverzicht einräumen. Dieser Verzicht besagt, dass der Versicherer im Schadensfall darauf verzichtet, eine mögliche Unterversicherung zu prüfen. Jedoch ist auch dann die Entschädigung in der Regel auf die Versicherungssumme begrenzt.

UNWIDERRUFLICHES BEZUGSRECHT Der Begünstigte erwirbt die zukünftige Versicherungsleistung unwiderruflich bereits bei Abschluss der Versicherung.

V

VANDALISMUS Vorsätzliche Zerstörung oder Beschädigung von Sachen und Gebäudeteilen. Schäden durch Vandalismus werden zunehmend im Rahmen der verbundenen Wohngebäudeversicherung mitversichert. Der Eintritt des Versicherungsfalls setzt allein voraus, dass der Täter widerrechtlich (meist in den Bedingungen genauer definiert) in den Versicherungsort eingedrungen ist oder einzudringen versucht hat und in der Folge Vandalismusschäden entstanden sind.

VALORENVERSICHERUNG Versichert sind die im Versicherungsvertrag angegebenen Juwelen, Pelze und Pelzsachen. Die Valorenversicherung ist eine Allgefahrenversicherung, die das Abhandenkommen, die Zerstörung oder die Beschädigung versicherter Sachen als Folge einer versicherten Gefahr deckt.

VARIABLE KOSTEN Die variablen Kosten sind in der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung derjenige Teil der Gesamtkosten, welcher sich bei einer Änderung der betrachteten Bezugsgröße ebenfalls ändert.

VERANSTALTUNGSAUSFALLVERSICHERUNG Eine Unterart der Schadenversicherung, genauer gesagt, eine Unterart der Transportversicherung. Sie sichert den Veranstalter eines Events gegen mögliche finanzielle Nachteile ab, die Ihm durch den Ausfall, Abbruch, Änderung oder Verschiebung der Veranstaltung entstehen.

VERANSTALTUNGSHAFTPFLICHT Schützt vor den finanziellen Folgen, wenn bei Durchführung von Veranstaltungen Dritten ein Schaden zugefügt wird.

VERBAND DER VERSICHERUNGSUNTERNEHMEN ÖSTERREICHS (VVO) Er vertritt die Interessen aller in Österreich tätigen privaten Versicherungsunternehmen und unterstützt seine Mitglieder bei rechtlichen, steuerlichen, wirtschaftlichen und internationalen Angelegenheiten

VERBUNDENE LEBEN (Versicherung auf Gegenseitigkeit) Diese Form der Er- und Ablebensversicherung versichert in einem Vertrag gleich mehrere, meist zwei Personen. Dadurch sind die Prämien natürlich höher als bei einer normalen Er- und Ablebensversicherung auf ein Leben, meistens aber günstiger als die Prämien für zwei Einzelverträge (z. B. für Ehepartner, Geschäftspartner).

VERDIENSTAUSFALL Ein Verdienstausfall bzw. Verdienstausfallschaden tritt häufig nach Unfällen auf, insoweit die Erwerbsfähigkeit zeitlich beeinträchtigt oder dauerhaft eingeschränkt wurde.

VERJÄHRUNG Verjährung ist im Zivilrecht der durch den Ablauf einer bestimmten Frist bewirkte Verlust der Möglichkeit, einen bestehenden Anspruch durchzusetzen. Im öffentlichen Recht führt die Verjährung regelmäßig zum Erlöschen des Anspruchs. Die strafrechtliche Verjährung stellt ein Verfahrenshindernis dar, d. h. die Straftat kann nicht mehr verfolgt werden, ausgenommen in dem Falle der Arglisteinrede, die einen Ausschluss der Verjährung bedeutet.

VERKEHRSOPFERGESETZ Verpflichtet den Fachverband der Versicherungsunternehmen, zum Schutz von Geschädigten, bestimmte Leistungen zu erbringen.

VERKEHRSWERT Der erzielbare Verkaufspreis für eine Sache, wobei bei Gebäuden der Wert des Grundstückes nicht berücksichtigt wird.

VERMITTLERRICHTLINIE Dient einerseits der Regelung der Dienstleistungsfreiheit und andererseits dem Verbraucherschutz durch Sicherstellung von bestimmten Qualitätskriterien in der Versicherungsvermittlung. Wesentlich ist die Registrierung der einzelnen Vermittlertypen (Makler und Agenten) in ein öffentliches Register, die Einrichtung einer Beschwerdestelle (im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit), der Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung über eine Million Euro sowie umfangreiche Beratungs-, Informations- und Dokumentationspflichten für den Vermittler. In Österreich wurde die Richtlinie mit 15.1.2005 in nationales Recht umgesetzt.

VERMÖGENSSCHADEN Als Vermögensschaden bezeichnet man Situationen, bei denen zwar weder eine Person noch eine Sache unmittelbaren Schaden erleidet, jedoch durch schuldhaftes Verhalten einem anderen ein finanzieller Schaden zugefügt wird. Dabei wird zwischen "echten" Vermögensschäden und Sach- bzw. Personenfolgeschäden als "unechte" Vermögensschäden unterschieden. "Vermögensschäden" sind Schäden, die weder Personenschäden (Tötung, Verletzung des Körpers oder Schädigung der Gesundheit von Menschen) noch Sachschäden (Beschädigung, Verderben, Vernichtung oder Abhandenkommen von Sachen, insbesondere von Geld und geldwerten Zeichen) sind. Als Vermögensschäden gelten auch der Verlust sowie die Veränderung oder Blockade elektronischer Daten.

VERMÖGENSSCHADENVERSICHERUNG Durch die Vermögensschadenversicherung werden Haftpflichtansprüche aus reinen Vermögensschäden, die also keine Folgeschäden von Personen- und Sachschäden sind, gedeckt. Ein Beispiel dafür ist etwa jede Art der Berufshaftpflichtversicherung.

VERMÖGENSVERSICHERUNG Hierbei geht es um die Sachversicherung, wie etwa die Versicherung von bestimmten Objekten (Haushalt, Eigenheim, Maschinenbruch etc.) oder die Absicherung bestimmter Gefahren (Feuer, Sturmschaden, Transport etc.), andererseits um die Schadenversicherung mit dem Zweck, das Vermögen des Versicherungsnehmers zu schützen, wie etwa die Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Kredit- oder Betriebsunterbrechungsversicherung.

VERPFÄNDUNG Die Verpfändung berechtigt den Pfandgläubiger nur, aus der Versicherungsleistung Befriedigung zu erlangen, wenn der Schuldner seine Verbindlichkeit nicht erfüllt. Der Pfandgläubiger kann nicht wie bei einer Zession (Abtretung) den Vertrag kündigen oder rückkaufen. Im Falle einer Lebensversicherung muss der Pfandgläubiger, um den Rückkaufswert zu erhalten, klagen und Exekution führen bzw. die Zustimmung des Versicherungsnehmers   oder im Ablebensfall des Bezugsberechtigten einholen.

VERSCHULDENSHAFTUNG Die Verschuldenshaftung ist die Verpflichtung zum Schadenersatz auf Grund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts, die ein schuldhaftes, also nicht nur objektiv rechtswidriges, sondern persönlich vorwerfbares Verhalten in Form von Vorsatz oder Fahrlässigkeit voraussetzen. Von der Verschuldenshaftung zu unterscheiden sind die Gefährdungshaftung und die Eingriffshaftung, für die auch nicht dieselben Voraussetzungen wie bei der Verschuldenshaftung gegeben sein müssen.

VERSICHERER Ein Versicherer, umgangssprachlich Versicherung, ist die Partei eines Versicherungsvertrages, die Versicherungsschutz gewährt. In einem Versicherungsvertrag können mehrere Parteien Versicherer sein. Die Partei, der Versicherungsschutz gewährt wird, die also Versicherung nimmt, ist der Versicherungsnehmer.

VERSICHERTER Versicherungsnehmer und versicherte Person sind ident. Eine Versicherung kann aber auch zugunsten einer dritten Person abgeschlossen werden. In der Personenversicherung ist der Versicherte jene Person, deren Leben versichert ist und die für den Versicherer das Risiko darstellt.

VERSICHERTES INTERESSE Gegenstand jedes Versicherungsvertrages und gleich zu setzen mit dem Versicherungswert bzw. dem versichertem Risiko. Versicherbar ist jedes in Geld schätzbare Interesse an einer Sache.

VERSICHERTES RISIKO Gegenstand des Versicherungsvertrages als die versicherte Gefahr bzw. das Ereignis, dessen Eintritt zur Versicherungsleistung führt.

VERSICHERUNG FÜR FREMDE RECHNUNG Der Versicherungsnehmer schließt den Vertrag zwar im eigenen Namen allerdings für eine fremde Person ab.

VERSICHERUNGSAGENTEN Sind selbstständig tätige Versicherungsvermittler, die vertraglich an einen oder mehrere Versicherer gebunden und von diesen ständig betraut sind, Versicherungsverträge zu vermitteln und abzuschließen.

VERSICHERUNGSAUFSICHTSBEHÖRDE (VAB) Teil der Finanzmarktaufsicht (FMA), die seit April 2002 als unabhängige Behörde eingerichtet worden ist. Die Beaufsichtigung erstreckt sich über private Versicherungsunternehmen mit Sitz in Österreich. Die wichtigsten Aufgaben sind: Prüfung der Voraussetzungen für die Aufnahme des Geschäftsbetriebs, laufende rechtliche Beaufsichtigung der allgemeinen und finanziellen Geschäftstätigkeit, ordentliche und außerordentliche Prüfung von Unternehmen, nachträgliche Kontrolle der Versicherungsbedingungen und die Bearbeitung von Beschwerden. Die laufende Aufsicht erstreckt sich auf Geschäftsplanänderungen, die Kontrolle der Rechnungslegung, der Kapitalanlagen und der Solvabilität sowie die Mitwirkung bei Bestandsübertragungen und Fusionen.

VERSICHERUNGSAUFSICHTSGESETZ (VAG) Bundesgesetz vom Oktober 1978 über den Betrieb und die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen in Österreich.

VERSICHERUNGSBEDINGUNGEN Sind ein wesentlicher Vertragsbestandteil. Sie beschreiben (ergänzend zum Antrag und zur Versicherungspolizze) den genauen Inhalt des Versicherungsprodukts und somit auch den konkreten Schutz, den die Versicherung im Schadensfall bietet. Die Versicherungsbedingungen für die verschiedenen Sparten können von jedem Versicherungsunternehmen unterschiedlich festgelegt werden. In der Praxis orientieren sich viele Unternehmen vor allem bei der Sachversicherung an den Musterbedingungen des Versicherungsverbands. In den Versicherungsbedingungen sind auch die Verpflichtungen der VersicherungsnehmerInnen genauer geregelt, zum Beispiel auch das Verhalten im Schadensfall. Auf jeden Fall muss dem Versicherungsunternehmen ein Schadenseintritt unverzüglich mitgeteilt werden. Meist ist eine Frist von höchstens drei Tagen (in der Haftpflichtversicherung von höchstens einer Woche) vorgesehen. Schäden die durch Feuer, Explosion, Diebstahl oder Raub entstanden sind, müssen sofort bei den zuständigen Behörden angezeigt werden. Grundsätzlich muss alles getan werden, um den Schaden möglichst gering zu halten.

VERSICHERUNGSBEGINN Der Versicherungsbeginn ist der Zeitpunkt, an dem der Versicherungsvertrag rechtskräftig wird und damit Versicherungsschutz besteht. Unterschieden wird dabei zwischen drei verschiedenen Varianten: dem formellen, dem technischen und dem materiellen Versicherungsbeginn.

VERSICHERUNGSBESTÄTIGUNG (VB) Ein spezielles Dokument als Nachweis über den gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherungsvertrag. Bei Kfz-Haftpflichtversicherungen beginnt die vorläufige Deckung über die Mindesthaftpflichtversicherung mit Hinterlegung der Versicherungsbestätigung bei der Zulassungsstelle, spätestens aber mit dem angegebenen Deckungsbeginn. Versicherungsbestätigungen dienen ebenso zum Nachweis von gesetzlich vorgeschriebenen Berufs-Haftpflichtdeckungen bei Behörden, von Versicherungsmaklern, Wirtschaftstreuhändern, Mediatoren, Sachverständigen usw.

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WARTEZEIT Darunter versteht man die Zeitspanne zwischen Versicherungsbeginn und Anspruchsbeginn (Versicherungsleistung). Grundsätzlich werden innerhalb dieser Zeitspanne keine oder allenfalls verkürzte Leistungen erbracht.

WECHSELKENNZEICHEN Mehrere Fahrzeuge (maximal drei) können mit einem Kennzeichen angemeldet werden, wobei stets nur ein Fahrzeug in Betrieb genommen werden kann. Die Versicherungsprämie für die Haftpflichtversicherung wird in der Regel nach dem PS/KW-stärkstem Fahrzeug berechnet. Die Kaskoversicherungsprämie wird hingegen pro Fahrzeug kalkuliert, jedoch um einen Abschlag für die schwächeren Fahrzeuge vermindert. Die motorbezogene Steuer wird nur für das Fahrzeug mit der höchsten Steuereinstufung berechnet.

WECHSELWIRKUNG Ein Begriff aus der Betriebsunterbrechungsversicherung. Wechselwirkungsschäden durch Auswirkungen einer Betriebsunterbrechung eines Betriebes auf andere Betriebe desselben Eigentümers (wie etwa Hersteller und Handel) können mitversichert werden.

WEGFALL DES VERSICHERTEN INTERESSES Man spricht im Versicherungswesen vom Wegfall des versicherten Interesses, wenn aus Sicht des Versicherungsnehmers am bestehenden Versicherungsschutz kein Bedarf mehr besteht. In solch einem Fall macht es für den Versicherungsnehmer keinen Sinn mehr, den Versicherungsschutz weiterhin in Anspruch zu nehmen und somit den Beitrag zu leisten.

WERTANPASSUNG Eine planmäßige Anpassung von Prämien und Leistungen an einen bestimmten Index, um eine laufende Unterversicherung durch Inflation zu vermeiden.

WERTENTWICKLUNG Ein Maßstab für den Erfolg eines Investments über einen bestimmten Zeitraum. Die Wertentwicklung wird in Prozent ausgedrückt.

WERTMINDERUNG Wird vom Versicherer dann erbracht, wenn trotz Reparatur einer beschädigten Sache der Verkehrswert im Vergleich zu einer unbeschädigten Sache vermindert ist.

WERTSACHEN Als Wertsachen gelten laut Versicherungsbedingungen: Bargeld, Urkunden, Sparbücher, Wertpapiere, Schmucksachen, Edelsteine, Perlen, Briefmarken, Telefonkartensammlungen, Münzen und Medaillen, Sachen aus Gold und Platin, Pelze, handgeknüpfte Teppiche, Gobelins, Kunstgegenstände (z. B. Gemälde oder Plastiken), Sachen aus Silber, Antiquitäten (über 100 Jahre), mit Ausnahme von Möbelstücken. Für die genannten Wertsachen gelten die allgemeinen sowie die besonderen Entschädigungsgrenzen.

WETTERVERSICHERUNG (Regenausfallversicherung) Deckt den Vermögensschaden, der dem Versicherungsnehmer dadurch entsteht, dass eine Veranstaltung abgesagt, abgebrochen, unterbrochen, verlegt, verschoben oder in der Durchführung geändert wird und/oder aufgrund widriger Witterungsumstände geringere Einnahmen erzielt werden.

WIDERRUFLICHES BEZUGSRECHT Das in der Regel gewählte Bezugsrecht in der Personenversicherung. Es besagt, dass der Versicherungsnehmer jederzeit schriftlich die bezugsberechtigte Person ändern kann.

WIDERRUFSRECHT Das Widerrufsrecht stellt gemäß § 355 BGB ein Recht jeden Verbrauchers dar, sich unter bestimmten Umständen von einem bereits geschlossenen, aber noch schwebend wirksamen Vertrag, innerhalb gesetzlicher Fristen, durch Erklärung des Widerrufs zu lösen. Dabei handelt es sich um eine Ausnahme von dem Grundsatz "pacta sunt servanda", wonach Verträge normalerweise für beide Seiten verbindlich sind. Es ist ein zwingend eingeräumtes Recht für Verbraucher bei Verträgen, bei denen per Gesetz ausdrücklich ein Widerrufsrecht nach dieser Vorschrift eingeräumt wird.

WIEDERBESCHAFFUNGSWERT Der Wiederbeschaffungswert beschreibt den Wert eines Gegenstandes am Tag der Wiederbeschaffung. Die Berechnung dieses Wertes ergibt sich aus dem Wiederbeschaffungspreis auf dem Beschaffungsmarkt und den damit verbundenen Beschaffungsnebenkosten. Kurzum: Mit dem Wiederbeschaffungswert wird der Preis ermittelt, der für den Erwerb eines vergleichbaren Gegenstandes aufwenden muss.

WIEDERINKRAFTSETZUNG Der Versicherungsnehmer hat die Möglichkeit, eine beitragsfrei gestellte Versicherung, innerhalb von zwölf Monaten nach Beitragsfreistellung, ohne erneute Gesundheitsprüfung, auf Antrag wieder aufzunehmen.

WITWENRENTE In der Rentenversicherung kann man die lebenslange Weiterzahlung einer Witwen-/Witwerrente vereinbaren. Sie tritt in Kraft bei Ableben der bezugsberechtigten Person während der Rentenzahlungsdauer.

WOHNUNGSWECHSEL Bei Wohnungswechsel geht die Haushaltsversicherung grundsätzlich auf die neue Wohnung über. Der Vorteil ist, dass während des Umzuges beide Wohnungen als versichert gelten.

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ZAHLUNGSVERZUG Werden die Sozialversicherungsbeiträge nicht innerhalb von 14 Tagen nach Fälligkeit entrichtet, erfolgt eine Mahnung in Form eines Mahnschreibens (mit Zahlungsfrist von zwei Wochen bzw. einem Monat bei Feuerversicherung).

ZAHLWEISE Versicherungsprämien werden jährlich im Vorhinein eingezahlt. Eine Ratenzahlung in halb-, vierteljährlichen oder monatlichen Teilbeträgen ist möglich.

ZEITRENTE (temporäre Rente) Wird aus einer Lebensversicherung etwa zehn oder 15 Jahre bezahlt.

ZEITWERT Er ergibt sich aus dem Neuwert abzüglich Wertminderung durch Alter und Abnutzung. Zeitwertversicherungen sind jedenfalls Haftpflicht- und Kaskoversicherungen.

ZESSION (Abtretung) Vertrag, durch den ein Gläubiger seine Forderung auf einen Dritten überträgt. Der Dritte (neuer Gläubiger) heißt Zessionar, der abtretende alte Gläubiger Zedent und der Schuldner, der an den neuen Gläubiger zu leisten hat.

ZILLMERUNG (gezillmertes Nettobeitrags-Verfahren) Die Zillmerung ist eine Deckungskapital-Berechnungsformel der traditionellen Versicherungsmathematik. Es ist die in Deutschland gebräuchlichste Formel zur Berechnung der Deckungsrückstellung für traditionelle Lebens- und Krankenversicherungen in der handelsrechtlichen Bilanz. Die Formel ist nach dem Mathematiker August Zillmer benannt. Oft wird die Zillmerung auch mit der anfänglich geringen Höhe der Rückkaufswerte in Verbindung gebracht.

ZINSGEWINNE Zinsgewinne sind die vom Versicherer erwirtschafteten Erträge, die höher sind als die ursprünglich kalkulierten Überschüsse aus der Verzinsung von Kapitaleinlagen. Zinsgewinne sind die Haupteinnahmequelle der Lebensversicherer und erhöhen die Überschussbeteiligung entscheidend.

ZUKUNFTSSICHERUNG Gemäß § 3(1) Z 15 EStG 1988 kann jeder Unternehmer seinen Mitarbeitern eine Zukunftsvorsorge einrichten und das sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeiter steuerfrei und ohne Belastung mit Sozialversicherungsbeiträgen.

ZUKUNFTSVORSORGE (Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge gemäß § 108 EstG). Um den Aufbau einer Privatpension zu fördern, begünstigt der Staat Einzahlungen in eine Rentenversicherung. Die Auszahlung einer lebenslangen Rente ist bereits ab dem 40. Lebensjahr möglich, wenn der Vertrag mindestens zehn Jahre lang bespart wurde. Eine vorzeitige Auflösung ist nicht möglich.

ZULASSUNGSSTELLE Die Anmeldung von Kraftfahrzeugen kann bei einer Zulassungsstelle einer Versicherungsgesellschaft erfolgen. Hat die Versicherung, bei der die Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen wurde keine Zulassungsstelle im Wohnbezirk, dann muss die Zulassungsstelle eines anderen Versicherers die Zulassung übernehmen.

ZUSATZVERSICHERUNG Man unterscheidet zwei Arten von Zusatzversicherungen. Zum einen zusätzliche Privatversicherungen als Ergänzung zur Sozialversicherung, wie etwa die Private Krankenversicherung, die als Zusatzversicherung zur Grundversorgung dient. Zum anderen Erweiterungen eines Versicherungsvertrages, wie beispielsweise für den Fall eines Pflegebedarfs oder eines Unfalls.

ZUWACHSPLAN (dynamische Beitragserhöhung) Dient bei Personenversicherungen der Sicherung der Kaufkraft der bei Vertragsbeginn vereinbarten Versicherungsleistung. Im Unterschied zur Indexklausel wird hier ein fixer Prozentsatz vereinbart, um welchen sich die Versicherungssumme und die Prämie jährlich erhöhen.

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